Mittwoch, 23.05.2012
Zyklusstarter im Praxisvergleich
In drei Praxisbetrieben wurde untersucht, wie sich der neue Wirkstoff Peforelin auf das Brunstgeschehen und die Fruchtbarkeitsergebnisse der Sauen auswirkt. Wichtigste Frage: Kann er mit den bewährten PMSG-Präparaten mithalten?
In vielen Betrieben werden brunststimulierende Mittel eingesetzt. Unser Praxisversuch verglich unterschiedliche Vorgehensweisen.
Der Einsatz brunststimulierender Präparate ist in vielen Ferkelerzeugerbetrieben fest im Fruchtbarkeitsmanagement verankert. Damit soll vor allem ein früher und gleichzeitiger Brunsteintritt in den Sauengruppen gefördert und so der Grundstein für hohe Trächtigkeitsraten gelegt werden. Neben den bereits seit vielen Jahren eingesetzten PMSG-Präparaten wird zunehmend auch das 2008 zugelassene synthetisch hergestellte GnRH-Analogon Peforelin als Zyklusstarter genutzt. In zwei Betrieben wurde die duldungsorientierte Besamung praktiziert. Ein weiterer erprobte das Präparat unter Produktionsbedingungen bei terminorientierter Besamung.
Terminorientiert besamt
Die Ovulationssynchronisation mit terminorientierter Besamung wird besonders bei großen Sauengruppen und weiten Produktionsrhythmen eingesetzt. Dabei wird nach medikamenteller beziehungsweise laktationsbedingter Zyklusblockade PMSG zur Anregung des Follikelwachstums appliziert, um anschließend die Ovulation mit einem weiteren Präparat (z. B. "Gonavet") auszulösen.
Maximum im 5. Wurf
Mit der Analyse der Wurfnummern 1 bis 7 wurden 4.303 auswertbare Erstbesamungen erfasst. Erwartungsgemäß verbessert sich das Duldungsverhalten mit steigender Wurfnummer. Mit Ausnahme der primiparen Sauen war damit eine Steigerung der Trächtigkeitsrate verbunden, die ihr Maximum im fünften Wurf erreichte. Die brunststimulierenden Präparate beeinflussten das Duldungsverhalten in den einzelnen Wurfnummern nicht wesentlich. Die Trächtigkeitsrate war nach Peforelin immer höher als nach PMSG Der Saisoneinfluss auf die Fruchtbarkeitsergebnisse ist typisch. Im Sommer verschlechtern sich mit Ausnahme der lebend geborenen Ferkel je Wurf die Fruchtbarkeitskennzahlen. In allen Jahreszeiten liegen im analysierten Betrieb die Trächtigkeitsraten nach Peforelin über denen nach PMSG. Eine Analyse der Fruchtbarkeitsergebnisse in Abhängigkeit vom eingesetzten Eber zeigt deutliche Differenzen auf. Aber auch die Eber, die Trächtigkeitsraten unter dem Mittelwert vererben, wurden gleichmäßig in den Peforelin- und PMSG-Gruppen eingesetzt, so dass ein eventueller Einfluss auf das Gesamtergebnis durch einzelne Eber ausgeschlossen werden kann.
Bei der Analyse der Wurfgrößen wurde der Einfluss der Sauenrasse, der Wurfnummer, der Saison, der Eber, der Besamungstechniker, des Duldungsverhaltens und des verwendeten Präparats berücksichtigt. Für diese Analyse standen 3.645 Erstbesamungen zur Verfügung. Als signifikant erwiesen sich lediglich die Wurfnummer, die Eber und das Duldungsverhalten. Der Einfluss des verwendeten Präparats zur Brunststimulation blieb deutlich zufällig.
Fazit
Die Ergebnisse bestätigen Untersuchungen, nach denen sich Peforelin prinzipiell auch für die Anwendung bei der Ovulationssynchronisation mit terminorientierter Besamung eignet. Wie bei der duldungsorientierten Besamung in den Beispielbetrieben A und B zeigte sich auch im Betrieb C ein vergleichsweise später Brunsteintritt nach Peforelin. Die Fruchtbarkeit wurde aber durch das schlechtere Duldungsverhalten nicht negativ beeinflusst. Unter dem Strich steht mit dem Wirkstoff Peforelin neben PMSG ein weiteres Mittel für die Brunststimulation von Sauen zur Verfügung, dass sich bereits in einer Reihe von Ferkelerzeugerbetrieben bewährt hat. br
Der vollständige Beitrag ist in dlz primus Schwein November 2010 erschienen.
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