Mittwoch, 23.05.2012
Zehnmal besser
Wie sind Trockensteher effektiv und erfolgreich zu füttern? Dr. Rudolf Schneider, DLR Westerwald-Osteifel in Montabaur, stellt zehn Möglichkeiten vor, wie sich die Trockensteherfütterung verbessern lässt.
Wenn Trockensteher auf der Weide gehalten werden sollen, sind nährstoffarme Flächen dafür zu berücksichtigen. Foto: Wiener
Es ist auch mittleren und kleineren Betrieben durchaus möglich, ihre Trockensteherfütterung organisatorisch in den Gesamtbetrieb zu integrieren. Dabei gibt es jedoch keine Standardlösung.
In unserer Praxiserhebung
zeigte sich, dass rund die Hälfte der Betriebe die
Trockensteherfütterung auf der Weide umsetzen und rund ein Viertel eine
zweiphasige Trockensteherfütterung im Stall realisieren.
1.Trockensteher auf der Weide
Häufig werden trockenstehende Kühe auf der Weide
gehalten. Das verursacht geringe Kosten und die Tiere bleiben in
Bewegung. Zudem lassen sich so schlecht zu bewirtschaftende Flächen
sinnvoll nutzen. Häufig ist die Trockenstehphase für Kühe die einzige
Möglichkeit, einige Wochen aus dem Stall zu kommen, da die Weidehaltung
der Milchkühe heute für viele Betriebe nicht mehr infrage kommt. Die
Weide wirkt sich besonders positiv auf Klauen und Gliedmaßen aus.
Allerdings erfüllt der natürliche Aufwuchs die Ansprüche von
trockenstehenden Kühen in der Regel nicht. Das Futterangebot schwankt
und ist besonders in der ersten Jahreshälfte zu energie- und
eiweißreich. Zudem enthält es ein Überangebot an Calcium und Kalium.
Wird dann noch zu spät auf stärkereiches Laktationsfutter umgestellt,
führt dies fast zwangsläufig zu Milchfieber und Ketosen in der
Frühlaktation. Bei Trockenstehern auf der Weide, sollte man einige
Grundsätze beachten:
- Am besten sind extensive Weiden oder bereits
beweidete Aufwüchse zu nutzen, damit die Tiere nicht zu stark
auffleischen.
- Weideflächen sollten möglichst nicht begüllt, sondern
mineralisch gedüngt sein, um den Kaliumgehalt niedrig zu halten.
- Strukturreiches Grobfutter (Heu oder energiearme Grassilage) beifüttern
und einem speziellen Trockenstehermineralfutter (z.B. in Form von
Leckmasse) ergänzen.
- Kommt es häufig zu Stoffwechselerkrankungen
(Milchfieber, Ketose, Nachgeburtsverhaltung usw.), gilt es, vorbeugend
gegen Milchfieber zu behandeln (Vitamin D3-Injektion, Calciumboli) oder
auf Weidehaltung ganz zu verzichten.
- Kühe müssen zwei bis drei Wochen
vor dem Kalben von der Weide und im Stall angefüttert werden. Nach
unseren Erfahrungen geschieht dies häufig zu spät.
- Wenn die schlechten
Stallverhältnisse der begrenzende Faktor für die Tiere sind, ist ein
Überversorgen auf der Weide für die Kühe zwar nicht weniger schädlich,
aber vielleicht das kleinere Übel. mp
Die weiteren neun Trockenstehermöglichkeiten sind in Primus Rind Februar 2012 erschienen.
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.