Mittwoch, 23.05.2012
Saisonstart
Weizen-Junior-Cup: Vielfach haben die Bestände unter dem späten Frost gelitten. Die Parzellen der beiden Teams aus Oldenburg-Lensahn und Großenhain sind erstaunlich gut über den Winter gekommen. Anfang März haben die Schüler ihre Bestände mit Stickstoff versorgt. Jetzt gilt der wachsame Blick dem Unkrautbesatz.
Anfang März haben die jungen Praktiker aus Großenhain in Sachsen ihren Weizen in Augenschein genommen.
© Foto: Quoß
Der späte Wintereinbruch hat Getreide und Raps bundesweit in Mitleidenschaft gezogen.
Gerste und oft sogar der robustere Weizen haben unter der trocken-kalten Luft der Kahlfröste gelitten: Die Pflanzen sind vertrocknet. Auch auf unserem Junior-Cup-Standort Bernburg im mitteldeutschen Trockengebiet zwischen Magdeburg und Halle herrschte drei Wochen lang Dauerfrost. Von Ende Januar bis Mitte Februar blieben die Temperaturen unter Null, Anfang Februar fielen sie bis auf -24 °C. Allerdings verhinderte eine schützende Schneedecke größere Schäden. Die Parzellen des Anbauvergleichs sind gut über den Winter gekommen. Die späte Saat am 14. Oktober sorgte dafür, dass sich die Pflanzen im milden Herbst nicht überwachsen haben. Vereinzelt sind Blätter erfroren, die aus der Schneedecke herausragten. Andere Bestände in Bernburg, die schon Mitte September in den Boden kamen, haben deutlich stärker gelitten.
Stickstoff zum Wuchsbeginn
Anfang März stiegen die Temperaturen soweit, dass eine ausreichende Stickstoffzufuhr notwendig wurde. Wegen hoher Nmin-Werte ist mit einer hohen Nachlieferung aus dem Boden zu rechnen. Am 7. März kam für beide Teams der Parzellenstreuer zum Einsatz. Ihre drei unterschiedlichen Sorten haben beide Gruppen jeweils einheitlich gedüngt. Erst im Laufe der Vegetation lohnt es sich, zwischen den Qualitätsstufen zu differenzieren.
N-Formen kombinieren
Die Klasse aus dem holsteinischen Oldenburg teilte die erste Gabe auf zwei Stickstoffformen auf der überwiegende Teil der insgesamt 87 kg N/ha als günstiger Harnstoff, ein Drittel in Form von Schwefelsaurem Ammoniak. Damit kombinieren die Berufsschüler um Lehrerin Christine Grapengeter Schnell- und Dauerwirkung. Ob das nicht zu viel des Guten war? Bei dem hohen Nmin-Wert im Boden von über 100 kg/ha sind "über 80 kg N/ha Zufuhr schon ziemlich viel", kommentiert DLG-Versuchsfeldleiter Andreas Steul.
Die Meisteranwärter aus Großenhain in Sachsen haben sich mit 66 kg N/ha für die Startgabe eher zurückgehalten. Die Zusammensetzung des Piamon ist aber der Strategie der Konkurrenten ähnlich, ein Drittel schnell wirkendes Ammonium, zwei Drittel Harnstoff. Die Startbedingungen sind für beide Teams gut. Jetzt gilt es, den Unkraut- und Krankheitsdruck genau im Blick zu behalten und dafür den amtlichen Warndienst zu nutzen. ks
Weitere Informationen zum Weizen-Junior-Cup 2012
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