Mittwoch, 23.05.2012
Umfrage: Charta für die Landwirtschaft
Das Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ruft dazu auf, sich auf ihrer
Internetseite an gesellschafltichen Diskussion zu beteiligen. Diese haben zum Ziel, die Vorstellungen von Landwirten
und Verbrauchern hinsichtlich der bevorstehenden Herausforderungen
einzubeziehen. Aufbauend auf dieser Grundlage soll
dann durch das BMELV eine „Charta für die Landwirtschaft und Verbraucher“
entwickelt werden, die Handlungsfelder und Lösungswege für eine
zukunftsorientierte Politik für die gesamte Lebensmittelkette beschreibt.
Doch was
halten die Landwirte von dem Projekt? Die Kleffmann Group befragte dazu
deutschlandweit 526 Landwirte im Zeitraum von April bis Mai zu ihrer Meinung. Dazu
wurden insgesamt vier Statements vorgestellt, denen die Teilnehmer auf einer Skala
von 1 bis 5 zustimmen (4-5) oder nicht zustimmen (1-2) konnten.
Landwirte fühlen sich schlecht vertreten
Grundsätzlich fühlen sich die Landwirte in Deutschland von den Politikern in der
Debatte um die Charta nicht gut vertreten. Dies sagten 75 Prozent der Befragten.
Nur jeder Vierte (25 Prozent) stimmte demnach der Aussage zu, dass eine
Beteiligung am Dialog keine Notwendigkeit habe, da er sich darauf verlassen könne,
dass die Politik seine Interessen angemessen umsetzen werde.
Jeder vierte Befragte (24 Prozent) sieht in der Diskussion grundsätzlich keinen Sinn,
da er davon ausgeht, dass die Landwirte in Deutschland sowieso das Nachsehen
haben und ihre Vorstellungen bei der Umsetzung der Charta nicht berücksichtigt
werden.
Demgegenüber stehen allerdings 44 Prozent der Umfrageteilnehmer, die
dieser Aussage nicht zustimmen.
Zudem herrscht über das gewählte Medium für die Debatte Uneinigkeit. Rund ein
Drittel (31 Prozent) hält das Internet für die Meinungsäußerung für angemessen
wohingegen ein weiteres Drittel (35 Prozent) sich zwar gern beteiligen möchte,
allerdings nicht über das Internet. Der Rest steht dem unentschlossen gegenüber.
Knapp die Hälfte der Landwirte (47 Prozent) ist jedoch entschlossen, ihre Meinung
zu sagen und dies auch im Internet.
Geringe regionale Unterschiede
Betrachtet man die Ergebnisse nach einzelnen Regionen aufgeschlüsselt, so zeigt
sich, dass die Landwirte in den Gebieten Nord, Ost, Süd und West tendenziell die
gleichen Auffassungen vertreten. Allerdings ist das Vertrauen in die Politik im Norden
noch etwas geringer als im Westen des Landes. Über die Hälfte (55 Prozent) der
befragten Landwirte aus Norddeutschland können der Aussage, dass sie sich von
den Politikern gut in der Diskussion vertreten fühlen, überhaupt nicht zustimmen; im
Westen sind es hingegen nur 48 Prozent.
Regionale Unterschiede zeigen sich auch in der Frage nach dem geeigneten
Medium. Ein Drittel (32 Prozent) der norddeutschen Befragten halten ebenso wie ein
Drittel der Landwirte aus dem Süden (32 Prozent) und dem Westen (30 Prozent)
Deutschlands das Internet für eine angemessene Plattform für die Debatte.
Dahingegen würde sich knapp ein Drittel (29 Prozent) der ostdeutschen Landwirte
zwar an der Debatte beteiligen, lehnt jedoch hierfür das Internet ab. Grundsätzlich
hat jedoch auch knapp die Hälfte (43 Prozent) der ostdeutschen Studienteilnehmer
nicht vor, ihre Interessen in der Diskussion überhaupt zu vertreten.
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