Bevor ein neues Mittel eingesetzt wird, ist die Gebrauchsanleitung zu studieren. Das gilt auch für neuere Packs von Händlern oder Genossenschaften mit Präparaten verschiedener Hersteller.
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Hackfrüchte zu spritzen statt zu hacken ist mittlerweile die Regel. Echte Neuheiten, also komplett neu entwickelte und erstmals vermarktete Wirkstoffe sind aber in Hackfrüchten weiterhin rar. Allerdings bieten weiter entwickelte Pflanzenschutzmittel, etwa verbesserte Formulierungen oder angepasste Aufwandmengen, oft ganz praktische Vorteile. In den kommenden Ausgaben berichten wir ausführlich über den Einsatz.
In Mais werden vor allem weiter entwickelte Kombinationslösungen geboten. Sie sollen den Herbizideinsatz erleichtern.
Kelvin (BASF): Die für 2011 erwartete Zulassung mit dem Wirkstoff Nicosulfuron wird rechtzeitig zur Maissaison des kommenden Jahres erwartet. Das neu formulierte Maisherbizid soll gegen einjährige Unkräuter und wichtige Ungräser wirken. Der Aufwand beträgt voraussichtlich 1 l/ha, zum Einsatz im Entwicklungsstadium ES 12 bis 18.
Elumis (Syngenta): Die herbizide Wirkstoffkombination in Mais verbindet den bekannten Sulfonylharnstoff Nicosulfuron mit 30 g/l und den gegen Hirsen gerichteten Wirkstoff Mesotrione mit 75 g/l in flüssiger Formulierung. Mit nur einem Mittel sollen im Nachauflauf so alle wichtigen Unkräuter bekämpft werden, ohne weitere Zusätze. Die Öldispersion erfordert 1,5 l/ha Aufwand, soll vom frühen bis späten Nachauflauf eingesetzt werden können und wirkt nach Angaben des Herstellers auch gegen Quecke oder mehrjähriges Weidelgras. Die Kombination ist jedoch nicht für alle Maissorten verträglich.
Caspar (Syngenta): Die Herbizidkombination für Mais ist als wasserdispergierbares Granulat formuliert. Sie besteht aus 500 g/kg Dicamba und 50 g/kg Prosulfuron. Schwerpunktmäßig wendet sie sich gegen schwer bekämpfbare Arten, etwa Winden, Kratz- und Gänsedisteln, Beifuß, Ampfer, Durchwuchsluzerne oder Topinambur. Auch einjährige Unkräuter werden laut Hersteller erfasst, etwa Gänsefuß, Amarant, Ausfallsonnenblumen und Ambrosie. Nicht ionische Netzmittel erweitern das Spektrum. Der Aufwand ist mit 0,3 l/ha beantragt. Darin sind 150 g/ha Dicamba, etwas weniger als die Hälfte des üblichen Aufwands in Einzelpäparaten. Das soll eine sortenunabhängige Maisverträglichkeit gewährleisten.
Principal S Pack (DuPont): Die Komplettlösung in Mais ist eine Kombination mehrerer Wirkstoffe aus Successor 1T, Accent und Cato. Das Maisherbizid beinhaltet zu 42,8 Prozent Nicosulfuron aus Accent und 10,7 Prozent Rimsulfuron aus Cato. Die Zulassung ist mit 90 g/ha zwischen dem Stadium 12 und 18 vom Mais beantragt. Das Präparat muss mit dem Netzmittel Trend eingesetzt werden. Bekämpft werden laut Hersteller neben Unkräutern auch Hirsearten und problematische Ungräser aus dem Getreidebau, etwa Ackerfuchsschwanz oder Jährige Rispe. Die Kombination mit dem Bodenherbizid bringt die Zumischung von Successor 1T.
Laudis Terra Pack (Bayer CropScience): Die Sulfonylharnstoff-freie Alternative gegen Ackerfuchsschwanz in Mais besteht aus Successor T mit Boden- und Laudis mit Blattwirkung. Laudis gehört in die Gruppe der Triketone, HRAC-Gruppe F 2. Solo wirkt Successor T nach Angaben der Zulassungsinhaber nicht ausreichend gegen Ackerfuchsschwanz. Viele Herbizide in Mais und Getreide kommen derzeit aus der Gruppe der so genannten ALS-Hemmer (Acetolactatsynthese). Für ein Resistenzmanagement ist der Wirkstoffwechsel wichtig. Der empfohlene Aufwand beträgt 2,0 l/ha Laudis plus 3,0 l/ha Successor T. Das soll eine Komplettlösung für fast alle Maisstandorte bieten. Der Einsatz soll zwischen dem 2- und dem 4-Blatt-Stadium vom Mais liegen. Beide Produkte ergänzen sich gegen Hirsen und Unkräuter.Laudis express (Bayer CropScience): Die Kombination der blattaktiven Mittel Laudis und Buctril erhöht die Wirkgeschwindigkeit. Der empfohlene Aufwand beträgt 2,0 l/ha Laudis plus 0,2 bis 0,4 l/ha Buctril. Die Mischung eignet sich zur Nachbehandlung bei unzureichender Wirkung einer ersten Ausbringung oder als Komplettlösung, aber nur bei Zumischung eines Bodenpartners. Weniger gut bekämpfen lassen sich Fingerhirsearten. Nicht ausreichend bekämpft werden Ackerfuchsschwanz, Einjährige Rispen-, Quecke- und Weidelgräser. kb
Der vollständige Beitrag ist in dlz Dezember 2010 erschienen.