Donnerstag, 23.05.2013
Spannender Allrounder
Der John Deere 7530 E Premium ist der erste Microhybrid-Traktor der Welt. Runde 700 Betriebsstunden lang musste er in unserem Praxistest sein Können in den verschiedensten Einsatzbereichen unter Beweis stellen.
Wir haben den 7530 E Premium überwiegend in der schweren Bodenbearbeitung und im Transport eingesetzt. Trotz dem "Mehr" an Technik lief der Schlepper in unserem Dauertest völlig störungsfrei.Foto: Mumme
Im Automobilbau wird die Hybridtechnologie bereits seit einiger Zeit als Problemlöser der Ressourcenknappheit gefeiert. Auch in der Baubranche ist man mit dieser Technologie bereits recht weit - wenn auch mit angepasster Umsetzung.
Die Landmaschinenkonstrukteure gehen mit diesem Thema bislang eher zurückhaltend um. Bei
JohnDeere in Mannheim ist man da offensiver: Bereits zur
Agritechnica 2007 präsentierten die Traktorenbauer den ersten Microhybrid-Traktor der Welt. Was hinter dieser Technik steckt und was man für die rund 5.200 Euro Aufpreis bekommt, wollten wir in unserem Dauertest herausfinden.
Microhybrid - Was ist das?
Als Hybriden bezeichnet man im Maschinenb au Fahrzeuge, die zwei Antriebssysteme - meistens einen Verbrennungs- und einen oder mehrere Elektromotoren - koppeln. Der
JohnDeere 7530 E Premium fährt aber nach wie vor von einem Verbrennungsmotor und einem stufenlos leistungsverzweigten Getriebe. Allerdings, und das ist das einzigartige, werden die Nebenaggregate (Lüfter, Wasserpumpe, Druckluft- und Klimakompressor) elektrisch betrieben. Das soll Kraftstoff sparen, da die Aggregate bedarfsgerecht und unabhängig von der Motordrehzahl angetrieben werden.
Erzeugt werden die bis zu 20 kW elektrische Leistung mit einem direkt an der Kurbelwelle angeflaschten Generator. Ein Wechselrichter wandelt den Wechsel- in Gleichstrom um. Bis zu 5 kW lassen sich über zwei Steckdosen im Schlepperheck für den Betrieb externer Geräte verwenden.
Druckvoller Sechszylinder
Wie schon erwähnt wird der Lüfter nicht mehr mit Keilriemen, sondern mit einem Elektromotor angetrieben. Aufgrund dieser unabhängigen Steuerung kann Überleistung schon bei sehr geringen Motordrehzahlen abgerufen werden. Denn der Lüfter dreht dann bereits so schnell, dass der Motor ausreichend gekühlt wird. So liefert der 6,8-l-Common Rail bei aktivem Power Management (IPM) bereits ab 1250 Touren Überleistung. Beim "normalen" 7530 Premium greift das IPM erst ab knapp 1700 Umdrehungen. Damit nicht genug: Von rund 1600 bis 2100 Touren kommen beim E Premium mit IPM rund 6 bis 7 kW mehr von der Kurbelwelle.
Das IPM wird bei Zapfwellen- und Transportarbeiten abgerufen. Auf die Nennleistung von 133 kW (bei 2100 min-1) kommen dann nochmal bis zu 25 kW oben drauf. Das maximale Drehmoment beträgt 828 Nm - gut.
Nur mit AutoPowr
Die E Premium-Modelle liefert
JohnDeere ausschließlich mit dem stufenlosen AutoPowr an. Als Endgeschwindigkeit hat der Kunde die Wahl zwischen 40 und 50 km/h. Das Getriebe wurde gemeinsam mit ZF entwickelt, und wird in den normalen Premium-Modellen als Zusatzausstattung angeboten.
Hubkraft passt, Nutzlast satt
Auf dem Papier stemmt der 7530 E Premium gute 8,5 t. Der Wettbewerb bietet teils bis zu 2,5 t mehr. Trotzdem: 8,5 t reichen für die in dieser Klasse üblichen Anbaugeräte völlig aus, und so gab es in unserem Dauertest auch keine Grenzfälle für den Heckkraftheber. Einige werden Regler für die Senkgeschwindigkeit sowie die maximale Aushubhöhe vermissen. Um diese Parameter zu ändern, muss man per Direkzugriff ins CommandCenter. Gleiches gilt für die Zugkraft-, Lage- und Mischregelung. Das wird nicht jedem gefallen.
Dreifach-Zapfwelle ab Werk
Den 7530 E Premium bekommt man in zwei unterschiedlichen Zapfwellen-Ausstattungen mit je drei Geschwindkeiten. Serie ist die Kombination 540E/1000/1000E. Auf Wunsch liefert der Hersteller auch die 540/540E/1000. Zeitgemäß wäre die Vierfachzapfwelle - unsere Anregung für den nächsten Modellwechsel.
Elektrisches Leistungsnetz
Der 7530 E Premium verwendet die vom Generator erzeugte elektrische Energie nicht nur für seine eigenen Nebenaggregate. Bis zu 5 kW können im stationären Betrieb an externe Geräte abgegeben werden - beispielsweise an den Holzspalter oder den Winkelschleifer. Die zwei Steckdosen (230 und 400 V, 300 A) befinden sich im Schlepperheck hinter einer Schutzklappe. mu
Der vollständige Beitrag ist in dlz Mai 2011 erschienen.
Der neue John Deere im dlz-Video
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