Mittwoch, 23.05.2012
Smart und intelligent
Der technische Fortschritt bei Traktoren hat sich in jüngster Zeit stark beschleunigt. Immer seltener geht es aber nur um mehr Motorleistung, sondern vermehrt um Efffizienz und Intelligenz. Wir fassen die wichtigsten Trends zusammen.
Zwei Traktoren, aber nur ein Fahrer - heute keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits Realität.
Wer hätte vor 10 oder 15 Jahren gedacht, dass Landmaschinen heute miteinander kommunizieren, sich gegenseitig steuern oder einzelne Fahrzeuge sogar autonom über deutsche Felder fahren. Doch mittlerweile sind diese Szenarien Realität. Aktuellstes Beispiel ist die Elektronische Deichsel von
Fendt von der DLG-Neuheitenkommission in diesem Jahr mit einer Goldmedaille belohnt.
Es geht auch ohne Fahrer
Bereits seit den 90er-Jahren wird an autonomen Landmaschinen gearbeitet. Die Idee ist aber uralt: Bereits Eicher träumte mit dem Agri Robot in den 60er-Jahren von einem Schlepperpflug ohne Fahrer. Doch seitdem hat sich niemand so richtig an das Thema gewagt. Autonomes Fahrer blieb bislang kleinen Feldrobotern vorbehalten, die im Falle von Systemaussetzern oder Fehlsteuerungen weder Mensch noch Umwelt gefährden. Übrigens: Bereits zur SIMA hat
Case IH ein Master-Slave-System vorgestellt, das die Fahrer beim Mähdrusch entlasten soll. Dabei übernimmt der Mähdrescher via GPS die Kontrolle über den Schlepper, der den Anhänger zum Abbunkern zieht. Dabei wird in die Lenkung und die Geschwindigkeitsregulierung eingegriffen. Ein Fahrer muss aber bei beiden Maschinen an Bord sein, um das System zu aktivieren und bei Fehlern wieder zu deaktivieren.
Gerät steuert Traktor
Bislang mussten Schlepperfahrer stets die Arbeitsprozesse von Anbaugeräten überwachen und den Schlepper den Erfordernissen entsprechend einstellen. Hier wird sich viel in Richtung Fahrerentlastung tun. Wie das aussehen kann, zeigten
JohnDeere und Pöttinger auf der
Agritechnica 2009. Die Rundballenpresse hält den Traktor per Isobus-Signal an, sobald die Ballenkammer gefüllt ist. Bindevorgang und Ballenauswurf werden vom Traktor automatisch vollzogen. Nur Anfahren muss der Traktorfahrer noch selbst aus Sicherheitsgründen. Pöttinger bezog sogar die Geschwindigkeitssteuerung des Schleppers mit ein per Schwadscanner, der erkennt, wie viel Masse im Schwad steckt. Das sind sicherlich erst die Anfänge. Schon bald werden die Traktoren auch beim Pressen selbsttätig so lenken, dass die Ballenkammer gleichmäßig befüllt wird und somit hochfeste, gleichmäßig verdichtete und geformte Ballen entstehen.
Hybrid-Varianten
Neben dem Mikrohybrid und Vollhybrid (Antrieb und Nebenaggregate elektrisch/dieselelektrisch) wäre in Zukunft auch der Einsatz so genannter Parallel-Hybriden denkbar. Der Getriebehersteller ZF bietet die Technik dafür bereits für LKW und Traktoren an - der Einsatz in weiteren Landmaschinen soll folgenh. Bei Parallel-Hybriden wird die Bremsenergie zurückgewonnen und gespeichert. Die dadurch und vom Generator gewonnene elektrische Energie lässt sich zum Beschleunigen (Boosten), rein elektrischen Fahren oder zum Antrieb von Nebenaggregaten und externen Arbeitsgeräten nutzen. mu
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Dezember 2011 erschienen.
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