Mittwoch, 23.05.2012
Mit scharfer Klinge
Wenn Fendt technisches Neuland betritt, sind die Erwartungen stets hoch. Das trifft auch auf den Katana 65, den ersten selbstfahrenden Feldhäcksler des AGCO-Konzerns, zu. Hier unser erster Eindruck vom Maishäckseln.
Im dlz-Fahrbericht überzeugte der Fendt Katana 65 mit einer sehr guten Häckselqualität und einem günstigen Verbrauch von 0,5 bis 0,6 l/t. Foto: Mumme
Viele konnten es kaum glauben, als uf dem Fendt-Feldtag 2010 in Wadenbrunn der Katana 65 erstmals vor großem Publikum seine Bahnen zog. Ein Fendt-Feldhäcksler, so etwas gab es schließlich noch nie. Dass es die Marktoberdorfer wirklich ernst meinen mit ihrem Katana, davon konnten wir uns zur Silomaisernte überzeugen. Voll in den Verkauf geht der seit 2007 entwickelte Selbstfahrer übrigens erst 2013. Bis zum Frühjahr 2012 sollen noch etwa 25 Maschinen im Fendt-Werk in Hohenmölsen (Sachsen-Anhalt) gebaut werden und als Vorserie den Markt abtasten. Diese Zeit wird
Fendt sicherlich auch nutzen, um Vertrieb und Kundendienst noch intensiver auf das neue Produkt einzuschwören.
Sechs Einzugswalzen
Katana - dieser Name ist keineswegs frei erfunden, sondern er steht für ein japanisches Langschwert. Damit wird klar, dass die Ingenieure in Sachen Schnittqualität keine Kompromisse eingehen wollten. Und so finden sich im Einzugsbereich sechs hydraulisch angetriebene Vorpresswalzen - wo manch anderer Wettbewerber "nur" vier zu bieten hat. Die Vorteile: Einheitliche Schnittlängen und der große Abstand zwischen Metalldetektor und Messertrommel. Die Vorsatzgeschwindigkeit lässt sich hydraulisch und damit unabhängig von der Geschwindigkeit der einzugswalzen stufenlos einstellen - und das sowohl abhängig als auch unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit. Ein Powerband treibt die geschlossene V-Trommel mit mit 720 mm Durchmesser und 800 mm Breite (nach Aussage von
Fendt die größte am Markt) an. Mit allen 28 Messern im Eingriff sind Schnittlängen von vier bis 22 mm bzw. mit halbem Messersatz acht bis 44 mm möglich - die sich von der Kabine aus in zwei Bereichen stufenlos einstellen lassen.
V-Cracker integriert
Hinter der Trommel folgt ein Novum in selbstfahrenden Feldhäckslern: Der V-Keilscheibencracker. Bislang gab es diesen nur vereinzelt in Anbau-Scheibenradhäckslern. Der V-Cracker besteht aus zwei Rollen mit geriffelten Einzelscheiben, die mit gleicher Drehzahl angetrieben werden. Trotz der gleichen Umfangsgeschwindigkeit und obwohl beide Walzen nach innen laufen entsteht eine Reibfläche zwischen den Scheiben, mit denen die Maiskörner aufgeschlossen werden sollen. Dass das gut funktioniert, davon konnten wir uns überzeugen. In den Materialproben fanden wir wirklich kein Korn, das nicht zerschlagen oder beschädigt war.
Für den Graseinsatz lässt sich der V-Cracker elektrohydraulisch ausschwenken. Die Drucktaster dafür befinden sich am rechten vorderen Kotflügel direkt hinter der Wartungsklappe. Ist diese geöffnet, kann man den Vorgang gut beobachten. Übrigens wird der Häckselkanal nach dem Ausschwenken sofort durch den Grasboden verschlossen. Und das alles komplett ohne Werkzeug gut. Der Zeitbedarf liegt bei etwa zwei Minuten. mu
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Januar 2012 erschienen.
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