Mittwoch, 23.05.2012
Mit Saft durch den Winter
Damit der Traktor bei Minusgraden sicher anspringt, braucht die Starterbatterie Pflege. Hier finden Sie Tipps, wie der Energiespeicher immer Saft liefert, um den Anlasser mit genügend Schwung durch den Winter zu bringen.
Im Winter treffen für Batterien ungünstige Bedingungen aufeinander: Der Anlasser benötigt rund die Hälfte mehr Kraft, um den Motor zum Brummen zu bringen und das zähe Schmieröl zu bewegen. Frostige Temperaturen schwächen die Batterie, da die chemischen Prozesse im Inneren träger ablaufen und die Leistung in die Knie geht. Hinzu kommen Schäden an der Batterie, die im Sommer durch Tiefentladung enstaden sind, erst jetzt zum Vorschein. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt stehen rund ein Drittel weniger Kapazität und Startstrom für den Anlasser zur Verfügung. Ein Batterie mit 170 Ah liefert bei 0 °C gerade noch 112 Ah.
So bereiten Sie Ihre Batterie richtig auf die kalte Jahreszeit vor:
1. Verkabelung überprüfen
Über die Batterieklemmen muss der gesamte Strom fließen. Sind die Pole korrodiert, hilft eine Polreinigungsfräse (ca. 8 Euro), den Kontakt wieder herzustellen. Spezielles Polfett schützt vor zukünftiger Korrosion der Klemmen.
2. Säurestand der Zellen prüfen
Der Flüssigkeitsstand in der Batterie muss zwischen der Minimal- und der Maximalmarkierung liegen. Bei zu niedrigem Flüssigkeitsstand ist destilliertes Wasser (keine Säure!) nachzufüllen. Alle Zellen müssen den gleichen Flüssigkeitsstand haben.
3. Säuredichte überprüfen
Der Säuregehalt gibt Auskunft, ob eine Batterie geladen ist. Übliche Blei-Säure- Batterien haben Schraubstopfen auf den Zellen. Hier kann die Säuredichte mit einer Spindel gemessen werden (rund 12 Euro). Vorsicht beim Messen: Die Batterieflüssigkeit ist ätzend. Schutzhandschuhe und Brille tragen!
4. Ladezustand messen
Mit einem Spannungsmessgerät (Multimeter) wird die Ruhespannung (auch Klemmspannung genannt) zwischen den Batteriepolen gemessen. Dafür müssen alle Verbraucher von der Batterie abgeklemmt sein. Die Batterie darf zuvor einige Stunden nicht geladen und benutzt worden sein. Bei einer vollständig geladenen Batterie zeigt das Messgerät in der Regel 12,75 V an.
5. Ladestrom und -art anpassen
Man unterscheidet zwischen Normalladen, Schnellladen und Erhaltungsladen. Beim normalen Laden wird die Batterie voll aufgeladen. Für den richtigen Ladestrom empfehlen einige Hersteller als Faustregel 1/20 oder 1/10 der Nennkapazität. Beim Schnellladen soll die schlappe Batterie innerhalb kurzer Zeit wieder startfähig werden. Der Ladestrom ist dabei rund drei- bis fünfmal höher als beim normalen Laden. Daher sollte das Schnellladen nur in Notfällen passieren.Jede Batterie entlädt sich selbstständig, rund 0,1 bis 1 Prozent pro Tag. Bei der Erhaltungsladung gleichen sehr kleine Ladeströme von 0,1 A pro 100 Ah diese Selbstentladung aus.
6. Lagern und Pflegen
Man sollte keine entladene oder teilentladene Batterien stehen lassen. Ausgebaute Batterien ohne angeschlossene Verbraucher entladen sich selbstständig. Daher sollten sie trocken und kühl lagern. In kühler Umgebung nimmt die chemische Aktivität ab und damit auch die Selbstentladung. Wartungsfreie Batterien verlieren rund ein bis zwei Prozent pro Monat. Bei nicht wartungsfreien Batterien kann der Wert bis zu einem Prozent pro Tag steigen. Säuredichte und Ruhespannung sollten daher alle drei bis vier Monate kontrolliert werden. Ab einer Ruhespannung von 12,4 V ist Nachladen angesagt. tg
Der vollständige Beitrag ist in dlz November 2010 erschienen.
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