Mittwoch, 23.05.2012
Punktlandung gefragt
Die Unkrautbekämpfung in Raps muss eine Punktlandung sein: Sowohl bei der Mittelwahl als auch beim Zeitpunkt. Andernfalls breiten sich Problemunkräuter wie Stiefmütterchen und Storchschnabel rasant aus. Hier aktuellste Ergebnisse.
Bei einfachem Unkrautbesatz in Raps reichen häufig Metazachlor-Präparate. Sonst sind Clomazone-Mittel angezeigt.
© landpixel/hapo
Raps ist anspruchsvoll. Ein Produktionsniveau von 4 bis 5 t/ha auf guten Standorten fordert das Können vor allem im integrierten Pflanzenschutz. Eine erfolgreiche Unkrautbekämpfung ist unverzichtbar für eine hohe Produktionsrentabilität. Für den Herbizideinsatz sind die Zeiten mit einfachen Standardlösungen im Vorauflauf- oder frühen Nachauflaufverfahren längst vorbei.
Unkrautflora passt sich an
In intensiven Raps-Fruchtfolgen ändert sich die Zusammensetzung der Unkrautflora sehr schnell. Daran knüpfen sich hohe Anforderungen an einen Pflanzenschutzeinsatz. Diese lassen sich nicht durch einfache, früher ausreichende Herbizidanwendungen erfüllen. Die Behandlung zum Nachauflauf im Keimblattstadium der Unkräuter (NAK) mit Butisan Top ist daher nicht mehr der Standard, sondern vielmehr die Ausnahme. Wir geben Ihnen Informationen für einen standortspezifischen, flexiblen Herbizideinsatz.
Schäden vermeiden
Das Herbizidmanagement für den Winterraps beginnt bereits in der vorausgehenden Getreideart. Raps ist besonders empfindlich gegenüber Herbiziden auf Sulfonylharnstoff-Basis. Daher sind Weizen-Raps-Folgen besonders gefährdet. Aber auch in
Gerste kann die Anwendung von rein auf Unkräuter (dikotyl) wirksamen Sulfonylharnstoff-Herbiziden im Frühjahr unter ungünstigen Bedingungen zu Folgeschäden im Raps führen. Das Hauptrisiko sind lange Trockenperioden. Sie behindern den mikrobiellen Wirkstoffabbau in der Vegetationsperiode. Weitere Risikofaktoren sind ein später Sulfonylharnstoff-Einsatz im Getreide mit hohen Wirkstoffmengen. Das kann etwa durch die Kombination verschiedener Sulfonylharnstoff-Herbizide geschehen, bei schweren Böden mit geringer mikrobieller Aktivität und relativ hohen pH-Werten oder bei pfluglosem Rapsanbau. Aus diesen Gründen ist bei bestimmten Präparaten der Nachbau von Raps generell ausgeschlossen. Nach der diesjährigen extremen Frühjahrstrockenheit besteht bei jenen Präparaten ein erhöhtes Risiko, die mit dem Hinweis "Schäden an nachgebauten zweikeimblättrigen Zwischenfrüchten und Winterraps möglich" versehen sind. Durch eine Bodenprobe mit einem Keimtest lassen sich zwar Hinweise auf das Nachbaurisiko ermitteln; eine absolute Sicherheit ist damit aber nicht möglich. Auf Standorten mit einem hohen Wasserdefizit und pflugloser Bewirtschaftung empfiehlt sich ein Verzicht auf Rapsanbau, wenn im Frühjahr Getreideherbizide auf der Basis von Flupyrsulfuron, Jodosulfuron, Metsulfuron, Sulfosulfuron oder Propoxycarbazone zum Einsatz kamen.
Eine Übersicht der Mittel und ihrer Risiken im Nachbau können Sie sich hier als PDF (100 kb) herunterladen.Empfehlungen
Für den erfolgreichen Herbizideinsatz in Winterraps gibt es keine Standardrezepte. Der Erfolg hängt davon ab, wie genau die Unkrautflora des Standorts berücksichtigt wird. Zur guten fachlichen Praxis gehört daher unweigerlich die sichere Ansprache der verschiedenen Unkrautarten. Wichtig ist die Anlage von Spritzfenstern. Damit lassen sich Bekämpfungserfolg und Behandlungsnotwendigkeit bewerten. Aus diesen Erfahrungen ist abzuleiten, ob die bisherige Anwendungspraxis noch ausreicht, oder ob neue Präparate das Ergebnis verbessern.
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin August 2011 erschienen.
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