Mittwoch, 23.05.2012
Gleiche Menge neu verteilt
Die geteilte Stickstoffgabe im Frühjahr ist Standard. Neue Versuchsergebnisse zeigen, dass eine zusätzliche Herbstdüngung Mehrertrag bringt. Alles Wichtige zu den Düngerformen und dem richtigen Zeitpunkt lesen Sie hier.
? Ausreichend entwickelt in den Winter und fit im Frühjahr: Die richtige Düngestrategie leistet einen entscheidenden Anteil.
Derzeit sind die
Rapspreise wieder hoch. Daher denkt mancher Ackerbauer darüber nach, den Rapsanbau auszudehnen. Auch die optimale Intensität spielt dabei eine Rolle. Die Höhe und der Zeitpunkt der Stickstoffdüngung von Raps stehen immer wieder zur Diskussion: Es gilt einerseits, die hohen Nährstoffansprüche von bis zu 220 kg N/ha zu befriedigen und dabei das wirtschaftliche Optimum zu beachten. Andererseits sind hohe Restmengen an Stickstoff nach der Ernte zu vermeiden. Versuchsergebnisse aus verschiedenen Regionen Süddeutschlands geben eine Hilfestellung.
Mehr Ertrag, weniger Öl
Höhere Stickstoffmengen zu Winterraps brachten im Mittel der Jahre und Orte bis zu der im Versuch geprüften N-Menge von 210 kg N/ha Mehrerträge. Bei den hier dargestellten Erträgen von über 50 dt/ha handelt es sich um Parzellenversuchsergebnisse, die unter optimalen Bedingungen erzielt worden sind. In der Praxis sind bei gleichen Produktionsbedingungen um 10 bis 20 Prozent geringere Erträge zu erwarten. Das liegt unter anderem am Vorbeet, an den Fahrgassen, Schlagunterschieden und einer Randwirkung. Die Stickstoffdüngung von Winterraps beeinflusst neben dem Kornertrag auch den Ölgehalt. Der höchste Gehalt wurde mit 45,3 Prozent bei einem Düngungsniveau von 120 kg N/ha gemessen. Mit den Steigerung nimmt der Gehalt um durchschnittlich 0,5 Prozent je 30 kg N/ha ab. Bei der Variante mit 210 kg Stickstoff bleiben nur noch 43,6 Prozent Öl. Da Raps zunehmend auch nach der Qualität, also dem Ölgehalt bezahlt wird, sind bei der Düngeplanung sowohl der Ertrag als auch der Ölgehalt zu berücksichtigen.
Optimale Düngungshöhe
Die optimalen Stickstoffmengen für den maximalen Ertrag und den besten Ölgehalt unterscheiden sich also. Daher ist der um die N-Düngerkosten bereinigte Geldertrag ein wichtiger Faktor, um das Düngungsoptimum zu bestimmen. Den wirtschaftlichen Höchstertrag bringt in der Regel eine N-Düngung von 180 kg N/ha.
Herbstdüngung bringt Ertrag
Im Mittel der drei Jahre und Orte ließ sich durch die Herbstdüngung ein signifikanter Mehrertrag erzielen. Die Ertragssteigungen waren zwar je nach Standort unterschiedlich hoch, zeigten sich jedoch überall. Es traten keine Mindererträge durch die Herbstgabe auf.
Zwei gleiche Frühjahrsgaben
Um den hohen und zeitigen Stickstoffbedarf zu decken, wird die Frühjahrsdüngung in zwei Gaben aufgeteilt. Die prozentuale Verteilung der Gesamtmenge auf die zwei Gaben hat überraschend
wenig Einfluss auf den Ertrag. Das gilt in normalen Jahren und bei ausgeglichener Witterung. Bei normal entwickelten Beständen empfiehlt es sich, in zwei gleichen Teilmengen auszubringen. Eine betonte erste Gabe ist sinnvoll bei schlecht entwickelten Beständen oder niedrigeren Nmin-Werten. ks
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin September 2011 erschienen.
Link zum Thema
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat ihr "Gelbes Heft" mit Düngungsempfehlungen für Acker- und Grünland 2011 neu herausgegeben. Die Broschüre ist
hier kostenlos als PDF abrufbar.
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