Neue Rindernotierung in Rheinland-Pfalz und Hessen
Seit Anfang Januar gibt es im Südwesten eine neue Rindernotierung Südwest. So haben sich die Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen darauf geeinigt, dass künftig gemeinsam die amtliche Rinder-Notierung "Südwest" veröffentlichen werden. Die neue Veröffentlichung wird unter Federführung der LEL, Schwäbisch
Gmünd, Abt. Markt & Ernährung, wie ehemals zuvor auch alleine für Baden-
Württemberg zuständig, erstellt und herausgeben werden.
Um aussagekräftige Daten zu veröffentlichen und die Tabelle überschaubar zu
halten, werden fortan von der LEL, Schwäbisch Gmünd, nur die
Handelsklassen mit mindestens 20 Tieren pro Woche veröffentlicht werden.
Die gemeinsame Veröffentlichung erhöht nicht nur die Transparenz in Rheinland-Pfalz und Hessen, wo zeitweise in der Vergangenheit wegen zu geringer Meldungen keine amtliche Notierung mehr festgestellt werden konnte. Sie führ aber auch zu einigen Änderungen in der Preishöhe für einzelne Rinderarten, wieReimund Möcklinghoff, Marktexperte der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz erläutert:
1. Rheinland-Pfalz (& Hessen) trägt bei Großvieh stückzahlmäßig nur zu rund
11 % zum neuen Preisgebiet bei. Schwerpunkte in RLP sind bisher Bullen
(älter als 24 Mon., mit 18%) und Kühe (mit Anteil: 17 %), während
Jungbullen (mit 4 %) und Kälber (mit 5 % Anteil am neuen Preisgebiet) eher
keine nennenswerte Rolle spielen.
2. Entsprechend der milchbetonten Viehhaltung in Eifel, Hunsrück und
Westerwald liegen die Schwerpunkte der bisherigen Notierung "RLP &
Hessen" in den Handelsklassen O und P. P3-Kühe werden demnach
zukünftig in etwa mit einem Anteil von etwas über 60 % aus Rheinland-Pfalz
gemeldet werden; bei einer allerdings vergleichsweise geringen Stückzahl. In
die gemeinsame Notierung neu hinzukommen werden desweiteren aber auch
einige gute U- und R - Kühe und - Färsen aus RLP.
3. Die durchschnittlichen Schlachtgewichte werden durch die schwereren Bullen
(älter als 24 Monate bei Schlachtung) und durch die schwereren Kühe und
Färsen der Klassen O und P aus RLP um bis zu 6 kg nach oben gezogen.
4. Preislich fallen zurzeit in Rheinland-Pfalz Jungbullen, Bullen, bessere Kühe
und Färsen, sowie Kälber, gegenüber der Notierung in Baden-Württemberg
ab.
5. Dagegen werden insbesondere knappere P-Kühe und auch schwächere Färsen
bisher deutlich besser in RLP (im Vergleich zu Baden-Württemberg) bezahlt.
6. Auf Grund der zumeist geringen prozentualen Anteile aus RLP machen sich aber die
niedrigeren Preise aus RLP bei den für Baden-Württemberg wichtigen
besseren Qualitäten (bei Jungbullen, Kühen und Färsen) kaum bemerkbar.
7. Im neuen Durchschnitt merklich nach unten gezogen werden dagegen
schlechtere O- und P-Jungbullen, Bullen, sowie Kälber aus Baden-Württemberg. P-Kühe
und P-Färsen aus Baden-Württemberg werden dagegen im neuen Mittel, wegen der hohen
Anteile aus Rheinland-Pfalz, zumindest vorübergehend teurer.
8. Insgesamt dürfte aber mit einer raschen Angleichung der in Rheinland-Pfalz
und Hessen gezahlten Preise an das baden-württembergische Niveau
gerechnet werden.
9. Auf Grund der größeren Stückzahlen und der insgesamt gesteigerten Zahl an
meldepflichtigen Schlachtstätten im zusammengefassten Meldegebiet können
ab 2012 fünf neue Handelsklassen in die Veröffentlichung der LEL mit
aufgenommen werden (grün markiert).