Mittwoch, 23.05.2012
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Boumatic präsentiert im Februar seine Eigenentwicklung MR-S1 in Deutschland. Viel zu spät? Auf jeden Fall mit einem neuen Konzept, dass für manche Milchviehhalter interessant sein könnte. primus rind hat die ersten Systeme unter die Lupe genommen.
Der neue Melkroboter von Boumatic lässt die Kühe rechts und links rein und raus. Foto: Pahlke
Seit Mai 2011 steht das automatische Melksystem im Stall von Frans und Thecla van Aart im niederländischen Rutten. Der 55-jährige Betriebsleiter musste auf den Roboter umstellen, weil er vom Melken eine Allergie an den Händen bekam. Dass die van Aarts zum Boumatic-Testbetrieb wurden, hatte einen einfachen Grund: Ihr Melkstand war schon blau-orange und sie waren mit ihrem Kundendienst zufrieden. Die zwei neuen Stahlmelker stehen im 120°-Winkel in den Stall hinein. Für 75 melkende Kühe braucht es keine zwei Maschinen. "Bei uns wird noch einiges ausprobiert. Von daher können wir die Kapazität der Maschinen nicht voll nutzen", erläutert der Betriebsleiter. Er plant jedoch, die Herde aufzustocken, um die Maschinen künftig auszulasten. Dabei ist je Melkautomat mit einer Kapazität von rund 60 Kühen zu rechnen. Rund 2,8 Melkeinheiten je Kuh und Tag schaffen die Melkautomaten in van Aarts Stall. Dreimal am Tag führt das System eine 14-minütige Grundreinigung durch.
Links rein, rechts raus und umgekehrt
Das Besondere des neuen Robotersystems ist: Statt einer Ein- und Ausgangstür besitzt die Boumatic-Maschine die doppelte Ausführung: rechts und links jeweils einen Ein- und Ausgang. Möglich wird das, weil die Maschine ihre Arbeit von hinten durch die Beine erledigt. Ein Rost zwischen den Kuhhinterbeinen sorgt für ausreichend Platz zum Durchgreifen des automatischen Arms. Auf dem hydraulisch angetriebenen Roboterarm sitzen zwei Kameras: eine 3-D-Kamera, die die Position von Kuh, Beinen und Zitzen grob bestimmt und eine 2-D-Kamera mit Laserunterstützung, die den Ansetzvorgang steuert.
Eingebaute Servicebox
Die gesamte Melktechnik befindet sich an der Rückseite in einer Servicebox. Das System lässt sich überall im Stall aufstellen. Ein zusätzlicher Raum ist nicht nötig. Die Kühe stehen auf einer Gummimatte den Technikbereich sollte man auf planbefestigtem Boden platzieren. Wo liegen die Vorteile des Systems für den Landwirt? "Die Tiere haben freie Sicht in beide Richtungen und die Technik lässt sich ohne zusätzliche bauliche Maßnahmen im Stall einsetzen", meint Frans van Aart. Die Reinigung der Servicebox sei noch verbesserungswürdig, ist die Antwort auf die Frage nach den Schwächen. Hier gebe es noch Ecken, in die man mit dem Hochdruckreiniger nicht reinkomme. Entscheidend für den Markterfolg wird sein, dass Boumatic den Service in der Fläche sicherstellen kann. mp
Der vollständige Beitrag ist im dlz Primus Rind Januar 2012 erschienen.
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