Sonntag, 05.02.2012
EU mit bester Weizenexportwoche 2011/12
Wien - Der Schlusskurs des europäischen Weizenfutures für den November-Liefertermin an der Euronext in Paris konnte vom Freitag vor vergangener Woche bis zum Donnerstag vergangener Woche immerhin um EUR 7,- pro t auf EUR 193,75 pro t zulegen.
Karl-Heinz Laube / pixelio.de
Dabei spielten neben dem Rückzieher der Griechen bei der Volksabstimmung über das Finanz-Hilfspaket mehrere Faktoren zusammen: Der November-Weizenfutures an der Euronext hat kommenden Donnerstag seinen letzten Handelstag. Zahlreiche Investoren die mit dem Eingehen von Netto-Shortpositionen auf ein Fallen der Weizenpreise gewettet hatten, stellen nun knapp vor dem Auslaufen des November-Futures ihre Positionen glatt. Das heißt, sie kaufen als sogenanntes Short-Covering Long-Positionen zu und sorgen damit für Nachfrage und für eine Kursbelebung. Marktbeobachter an der Euronext sprechen davon, dass der europäische Weizenfutures auf weitere Sicht ein Auffangnetz bei EUR 180,- pro t gefunden haben könnte.
Fundamental kamen den europäischen Weizenkursen die bisher besten Exportzahlen der laufenden Saison 2011/12 zu Hilfe. Laut EU-Kommission wurden in der vergangenen Berichtswoche bis 02.11. Exportlizenzen für 525.000 t Weichweizen und 251.000 t Mais vergeben. Zum Vergleich brachten es die USA nur auf 320.100 t Weizenexport, wobei aber hier der Maisexport im Wochenabstand um 85% auf 622.600 t anzog. Laut europäischen Händlern zeichne sich ab, dass die Schwarzmeerländer Russland und im weiteren Saisonverlauf die Ukraine und Kasachstan sich zwar den ägyptischen Exportmarkt mit ihrem Billigweizen unter den Nagel gerissen haben dürften, die Europäer aber ihre traditionellen Nordafrikanischen Märkte von Marokko, Tunesien bis Algerien aber verteidigen könnten.
Dies- und jenseits des Atlantiks registrierten die Warenterminmärkte weiters als bullishe Signale, dass die Weizenernte Argentiniens hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben dürfte und Australien zwar eine Rekordernte von 26 Mio. t Weizen mit 19 Mio. t Exportpotenzial einfahren soll, Regen zur anlaufenden Erntekampagne aber die vom Proteingehalt ohnehin schon eingeschränkte Qualität aber weiter schädigen soll. Zudem kommt auf der Nordhalbkugel Trockenheit der Winterweizenaussaat in der Ukraine und in den Great Plains der USA, dem Hard Red Winter-Anbaugebiet, in die Quere. (pd)
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