Freitag, 24.05.2013
Landtechnik bleibt gefragt
Die Nachfrage nach Landtechnik ist rund um den Globus ungebrochen stark. Auch für 2012 gehen Agrartechnikverbände in den meisten Märkten von weiteren Absatzzuwächsen aus.
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In der Agrartechnikbranche herrscht für das Jahr 2012 insgesamt weiterhin Optimismus vor. Der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA geht davon aus, dass sich die wichtigsten Märkte für Landmaschinen und Traktoren auf dem gegenwärtigen Höchstniveau halten werden. Dies wurde beim vierten Treffen von Konjunkturfachleuten der weltweit größten Agrartechnikverbände deutlich, das im Dezember auf der Fachmesse EIMA Agrimach im indischen Neu-Delhi stattfand.
Das weltweite Produktionsvolumen für Agrartechnik hat sich nach vorläufiger Schätzung im Jahr 2011 auf 72 Milliarden Euro erhöht und könnte 2012 um weitere fünf bis acht Prozent steigen. Schließlich arbeiteten viele Schwellenländer auf einen höheren Mechanisierungsgrad ihrer
Landwirtschaft hin. Dagegen steigt in Westeuropa vor allem die Nachfrage nach neuen Technologien für das Zukunftsfeld „Precision Agriculture“.
Europäische Märkte fast auf Rekordniveau
Der Agrartechnikmarkt in der EU stieg 2011 nach vorläufiger Schätzung um mindestens 15 Prozent auf 24 Milliarden Euro. Damit wurde das bisherige Rekordvolumen des Jahres 2008 fast erreicht. Der Ausblick auf das Jahr 2012 fällt insgesamt noch sehr positiv aus. Hintergrund sind vor allem die guten Einnahmen aus der Ernte, die gestiegenen Preise für Milch und nach wie vor gute Finanzierungsmöglichkeiten für neue Agrartechnik. Für den deutschen Markt hingegen erwartet der VDMA einen leichten Rückgang. Der französische Markt könnte sich auf dem jetzigen Niveau halten. Für den Italien zeichnet sich eine Fortsetzung des derzeitigen Abschwungs ab.
Die neuen EU-Mitgliedsstaaten haben weiterhin einen anhaltend hohen Investitionsbedarf für Technik und dürften auf die mittelfristig leicht steigenden Subventionen pro Hektar zählen. Damit bleiben die Erwartungen an die Verkäufe neuer oder gebrauchter Technik hoch.
Starkes Wachstum in Schwellenländern
Die aufstrebenden Schwellenländer konnten wieder beeindruckende Wachstumsraten präsentieren. Der chinesische Agrartechnikmarkt mit einem geschätzten Volumen von 15 Milliarden US-Dollar (2010) setzt sein Wachstum mit zweistelligen Raten fort. Für 2012 rechnet der chinesische Agrartechnikverband mit einem Plus von zehn Prozent. Getragen wird diese Entwicklung von einer deutlich ausgeprägten staatlichen Förderung.
In Brasilien spielen die großen Expansionspotentiale der
Landwirtschaft die Hauptrolle für die Steigerung in der Nachfrage nach Traktoren und Anbaugeräten. Die Anzahl der verkauften Großtraktoren sowie der Mähdrescher lag 2011 um zehn beziehungsweise 17 Prozent über dem Vorjahr. Für 2012 beträgt die Prognose des brasilianischen Verbandes für das Jahr 2012 aufgrund nach wie vor guter Kreditkonditionen plus zehn Prozent.
Der indische Markt mit überwiegend kleinflächigen Strukturen wird auch mittelfristig ein Markt mit lokalen Bedürfnissen bleiben, die überwiegend durch Technik aus inländischer Produktion gedeckt werden. Großtechnik wird jedoch zunehmend von einzelnen Investoren oder Maschinengemeinschaften nachgefragt, die die Parzellen ganzer Dorfgemeinschaften bewirtschaften.
Eine besondere Dynamik ist derzeit in der Türkei zu beobachten. Nach einer einschneidenden Rezession in 2008 und 2009, die neben der Wirtschaftskrise auch auf die damalige Trockenheit zurückzuführen war, werden derzeit wieder neue Rekordmarken gesetzt. Die Schätzung des Traktormarktes 2011 beläuft sich auf 60.000 Einheiten. 2012 wird von einer leichten Abkühlung des Marktes ausgegangen.
dlz agrarmagazin, mu
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