Dienstag, 22.05.2012
Einschleppen vermeiden
Für Stärkekartoffeln sind etliche Sorten am Markt, die resistent sind gegen Weiße Zystennematoden. Bei Speiseware ist nur eine resistente Sorte verfügbar. Die neue Resistenzbewertung erwartet echte Impulse für die Züchtung. Wir erläutern Hintergründe und zeigen, wie Sie die Bekämpfung erfolgreich hinkriegen.
Entscheidend für die Sortenwahl: Die Kenntnis des richtigen Pathotyps der Zystennematoden durch amtliche Bodenanalysen. Foto: landpixel
Zystennematoden gehören in Kartoffeln zu den gefährlichsten Schaderregern. Unterschieden werden der Gelbe (Globodera rostochiensis) und der Weiße Kartoffelzystennematode (Globodera pallida). In
mehr als 100 Staaten unterliegen sie deshalb Quarantäneregeln. Sind die
Nematoden einmal eingeschleppt, ist wirtschaftlicher Kartoffelanbau
ohne Bekämpfung nicht mehr möglich. Bis sichtbare Schäden auftreten
können allerdings Jahre vergehen: Zeit, in der sich die Nematoden
unbemerkt auf einer Fläche vermehren können und damit zur Gefahr für
noch nicht betroffene Flächen werden.
Boden untersuchen
Um die Verbreitung der Kartoffelzystennematoden
festzustellen, werden jährlich Proben auf 0,5 Prozent der
Kartoffelfläche genommen, in allen EU-Staaten einheitlich seit 2010. In
Deutschland werden so jedes Jahr rund 1.200 ha zufällig ausgewählt.
Da
die Nematoden in den Überdauerungsorganen (Zysten) Jahre überdauern,
ist Ausrotten nicht möglich. Am wichtigsten ist daher, das Einschleppen
zu verhindern. Auch auf Flächen, auf denen Nematoden bereits vorkommen,
ist das wichtig. Denn es ist nicht auszuschließen, dass neue oder bisher
dort nicht nachgewiesene Schaderreger eingeschleppt werden.
Verbreitungswege erkennen und kappen
Die wichtigsten Verbreitungswege sind Pflanzgut, auch aus Nachbau, und Erde, die bei der Verarbeitung anfällt oder an Maschinen haftet. Sie können sich mit Wind oder Wasser verbreiten, besonders bei leicht verwehbaren Böden, Überschwemmungsgebieten oder abschüssigem Gelände. Durch amtliche Untersuchungen von Flächen für die Produktion von Pflanzkartoffeln lässt sich das Risiko vermindern. Das gilt auch für Vorgaben zum Reinigen von überbetrieblich genutzten Maschinen vor allem zur Ernte. Das Ausbringen unbehandelter Resterden aus der Kartoffelverarbeitung stellt ebenfalls ein hohes Risiko für das Einschleppen der Zysten dar. Bekämpfungsprogramme auf der Grundlage resistenter Sorten dienen dazu, die Populationsdichten möglichst zu senken. Die neuen EU-Regeln zum Bekämpfen der gefährlichen Kartoffelzystennematoden sollen dazu beitragen, das Ziel einer nachhaltigen Produktion von Kartoffeln zu erreichen. Vor allem werden Impulse für die Züchtung neuer Sorten erwartet.
Weiterfürende Informationen zum Thema
In dieser
Bekanntmachung (PDF, 819 kb) des Julius Kühn-Instituts finden Sie eine Liste aller Kartoffelsorten mit Resistenz gegen Kartoffelkrebs (Synchytrium endobioticum) und Kartoffelzystennematoden (Globodera rostochiensis und Globodera pallida).
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Januar 2012 erschienen.
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