Dienstag, 22.05.2012
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In den Printmedien und besonders im Internet schneidet die Agrar-und Ernährungswirtschaft schlecht ab. Jedoch nimmt die Bedeutung der neuen web-basierten Medien zu. Daher sollte auch die Branche diesen Kommunikationskanal für sich nutzen.
Der Denkanstoß für aktuelle Diskussionen wird künftig immer mehr vom Web 2.0 gesetzt werden. Daher ist es wichtig, dass sich auch die Landwirtschaft an dieser interaktiven Kommunikation beteiligt.Foto: Strotmann, landpixel
Für viele Verbraucher ist es selbstverständlich das ganze Jahr über sichere und frische Lebensmittel zu kaufen. Inzwischen reicht die Herstellung sicherer und preiswerter Lebensmittel allein nicht mehr aus, um die Erwartungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Dabei gehört die Ernährungswirtschaft in Deutschland zu der sichersten weltweit, Erfolge lassen sich aber nur schlecht kommunizieren. Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Dr. Achim Spiller, Maike Kayser und Justus Böhm vom Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Georg-August-Universität Göttingen. In ihrer Studie diagnostizieren sie einerseits ein fast uneingeschränktes Angebot an Nahrungsmittel und gleichzeitig eine Entfremdung zwischen dem Verbraucher und der Ernährungswirtschaft. Das Team der Agrarwissenschaftlichen Fakultät in Göttingen macht diese Erkenntnis in einer Verbraucher- und Medienstudie fest, die sich erstmals gleichzeitig mit der Analyse agrar- und ernährungswissenschaftlichen Themen im öffentlichen Diskurs im Social Web beschäftige. Ihr Ergebnis: Gute Nachrichten über die Landwirtschaft haben in Printmedien Seltenheitswert. Ein Verhältnis sieben zu drei ermittelt eine Studie der Georg-August-Universität in Göttingen. Noch schlechter schneidet die Agrar- und Ernährungswirtschaft im Social Web ab. Neun negativen Kommentaren steht in Diskussionsforen und Weblogs nur einer positiven Meinung gegenüber. Die Göttinger Wissenschaftler zeigen zudem eine zunehmende Entfremdung zwischen Verbrauchern und Ernährungswirtschaft auf. "Die Studie hat gezeigt, dass das Social Web zwar etwas überspitzt, aber einen Wandel der Gesellschaft aufweist. Der Verbraucher erwartet von der Agrar- und Ernährungswirtschaft keine reine Versorgungsfunktion, sondern ein sehr viel breiteres, nachhaltigeres Angebotsspektrum", sind die Wissenschaftler überzeugt. Ihre Empfehlung: Die Ängste der Verbraucher nicht unter dem Teppich kehren und das Social Web als einen neu entwickelten Kommunikationskanal für eine realistische Landwirtschaft, die sich nicht verstecken müsse, zu nutzen! kh
Der vollständige Beitrag ist in dlz Mai 2011 erschienen.
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