Donnerstag, 17.05.2012
Heck hebt höher
Auf dem Fendt Feldtag 2010 in Wadenbrunn war der Hecklader Cargo R erstmals als Studie zu sehen. Wir haben uns im Praxiseinsatz eine Meinung über das Konzept gebildet. Soviel vorweg: Vorteile hat die Umsetzung nicht wenige.
Ungewohntes Bild, aber keine schlechte Idee: Der Cargo R Hecklader von Fendt im dlz-Fahrbericht.
Als
Fendt auf seinem letzten großen Feldtag in Wadenbrunn eine Heckladerstudie präsentierte, mag der ein oder andere Besucher wohl an einen Scherz geglaubt haben. Doch so ungewöhnlich das Konzept auf den ersten Blick wirkt: Den Frontlader mal von hinten aufzuzäumen, kann durchaus Vorteile haben. Und die Resonanz auf den Feldtagen hat
Fendt nun dazu bewogen, den Cargo R ab Ende des Jahres in die Preisliste aufzunehmen.
Nicht ohne Rüfa
Grundlage für den Einsatz des Cargo R ist natürlich die Ausstattung des Schleppers mit einer Rückfahreinrichtung.
Fendt stattet nach einenen Angaben mittlerweile rund 20 Prozent seiner Baureihen 800 Vario und 900 Vario mit dieser Option aus. Potenzial zur Vermarktung des Cargo R gibt es also mehr als genug.
Für unseren Fahrbericht stand uns ein 828 Vario zur Verfügung. Setzt man sich zum ersten Mal in den Fahrerstand, fällt sofort die ausgesprochen gute Sicht auf Schwinge und Schaufel auf. Ohne sich vorbeugen zu müssen hat man beides gut im Blick. Aus Sicht gerät die Schaufel erst bei großen Ladehöhen. Hier muss man sich dann doch weit vorbeugen, da es für den hinteren Kabinenteil kein Panoramafenster gibt.
Bis 5 m Hubhöhe
Wo wir bei der Überladehöhe sind:
Fendt gibt in Kombination mit einem 800 Vario satte 5,05 m als maximale Hubhöhe an, wenn die Unterlenker vollständig ausgehoben sind. Hier werden Betreiber von Biogasanlagen mit hohen Fahrsilos aufhorchen. Mit waagerechten Unterlenkern sind es immer noch 4,12 m. Im Einsatz sollen die Unterlenker in waagerechter Position und arretiert sein, um die auftretenden Kräfte besser an den Hauptrahmen weiterzugeben. Zum Entladen und wenn keine hohen Ausbrechkräfte abverlangt werden, können die Unterlenker aber auch vollständig ausgehoben werden. Mit der Bedienung der Schaltwippen oder des Kreuzschalthebels und der EHR-Regelung in der Schlepperarmlehne geht das spielend leicht.
Die maximale Hubkraft beträgt 3000 daN, das sind gute 3 t. Als Ausschüttweite gibt
Fendt in Kombination mit dem Cargo 4 X 1,87 m bei 3,50 m Hubhöhe an - das sind rund 82 cm mehr als beim Cargo 5 X im konventionellen Frontanbau. Bei maximaler Hubhöhe sind es noch 1,08 m.
Fazit
Mit dem Cargo R konnten wir erstaunlich gut arbeiten. Die große Baulänge des Gespanns fiel uns im Einsatz kaum auf, was vor allem an der sehr guten Rundumsicht durch die große Sitzhöhe lag. Die Sicht auf Schwinge und Schaufel ist ausgenommen bei sehr hohen Ladehöhen ausgezeichnet. Beeindruckend sind neben der großen Überladehöhe auch die Überladeweite und die gute Lenkpräzision, wie man sie bislang nur von Teleskopladern kannte. Diesen kann der Cargo R sicherlich nicht ersetzen, aber für Betriebe mit Großtraktoren eine sinnvolle Ergänzung des Maschinenparks sein. mu
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin September 2011 erschienen.
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