Niedrige Hektolitergewichte bedeuten nicht immer niedrige Engergiegehalte. Das zeigen Untersuchungen der LAndwirtschaftskammer Niedersachsen. Vom Hektolitergewicht auf den Energiegehalt des Getreides schließen zu wollen, ist nicht sinnvoll, auch wenn der Landhandel bei der Getreidepreisermittlung niedrige hl-Gewichte immer noch mit einem geringeren Energiegehalt in Verbindung bringtt und entsprechend Preisabzüge vornimmt.
Fütterungsexpertin Andrea Meyer von der LWK Niedersachsen rät daher, vor allem bei der Verfüterung von Getreide dieses untersuchen zu lassen.
Eine Untersuchung der Landwirtschaftskammer zeigt, dass das hl-Gewicht von Weizen keinen zuverlässigen Hinweis auf den Energiegehalt gibt. Untersuchungslabore wie die LUFA Nord-West bieten kostengünstige Untersuchungsmethoden an: Mit NIRS (Nahinfrarot-Spektroskopie) werden Rohprotein, Stärke, Rohfaser und Rohfett bestimmt. Neben dem berechneten Energiegehalt erhalten die Landwirte auch die Gehalte der wertbestimmenden Aminosäuren Lysin, Methionin + Cystin, Threonin und Tryptophan.
Zusätzlich werden die für die Rinderfütterung wichtigen Parameter nutzbares Rohprotein (nXP) und ruminale N-Bilanz (RNB) berechnet. Mit dieser Vielzahl von Angaben ist es möglich, eine bedarfsgerechte Ration zu berechnen. Der Preis einer NIRS-Untersuchung beträgt 26 € zzgl. MwSt. Für eine repräsentative Probe sollte eine Getreidepartie an mehreren Stellen beprobt und anschließend aus den Einzelproben eine Mischprobe von etwa 300 g erstellt werden.
einzusetzen.
Bei ungünstiger Witterung zur Zeit der Getreideblüte nimmt das Risiko
des Befalls mit Fusarienpilzen zu. Diese Feldpilze können u. a. die
beiden Leittoxine DON (Deoxynivalenol) und ZEA (Zearalenon) bilden.
Mehrjährige Untersuchungen belegen, dass Weizen und Triticale deutlich
stärker belastet sind als
Gerste und Roggen.
Grenzwerte für Futtergetreide gibt es
bisher nicht, sondern nur Orientierungswerte. Werden diese
unterschritten, ist bei gesunden Tieren keine Beeinträchtigung der
Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erwarten. Für Schweine als die auf
diese Mykotoxine sehr empfindlich reagierenden Nutztiere wurden je kg
Futtermischung 1,0 mg DON und 0,25 mg Zearalemon bzw. 0,05 mg Zearalenon
für Ferkel und Jungsauen festgelegt, für Milchkühe liegt der DON-Gehalt
bei max. 5,0 mg/kg.
Toxine sind nicht zu sehen, zu schmecken oder zu riechen. Auch beim Vorhandensein
rötlicher Körner kann man nicht grundsätzlich auf eine Toxinbelastung schließen. Daher ist bei Verdacht eine Futteranalyse angebracht, meint Expertin Meyer. Dabei sollten
positive Befunde, die mittels Elisa-Schnelltest ermittelt wurden, durch
andere Methoden (z. B. HPLC) abgesichert werden. Eine Elisa-Untersuchung
kostet 29 € je Toxin und die sehr genaue HPLC-Methode immerhin 93 €.
Ganz wichtig ist eine sachgerechte Probenahme, denn die Pilze treten
häufig in Nestern auf. Experten empfehlen je nach Partiegröße zwischen 7
bis 40 Einzelproben, aus denen 1 bis 4 Sammelproben (mind. 4 kg/Probe)
erstellt werden.