Dienstag, 18.06.2013
Agiles Arbeitstier mit Finnen-Power
Seit Herbst 2010 werden auch die "kleinen" 7400er von Sisu-Motoren angetrieben. Hier unser Eindruck vom MF 7480 Dyna-VT mit stufenlosem Getriebe und 150 PS einem kräftigen Allrounder für Transport und Pflegearbeiten.
Früher wurden die Massey Ferguson klassischerweise von Perkins-Motoren angetrieben, so auch der Vorgänger vom 7480. Doch seit Agco Sisu Power eine 100-prozentige Agco-Tochter ist, verbaut MF immer mehr Finnen-Power. Die 7400er-Baureihe mit acht Modellen von 125 PS (92 kW) bis 220 PS (162 kW) hat die 6-Zylinder-Citius-Motoren mit 6,6 l bzw. 7,4 l Hubraum, Vierventiltechnik mit Commonrail-Einspritzung, Turbolader und Ladeluftkühler verbaut. Die Motoren erfüllen die Abgasnorm Tier III. Durch das Elektronische Motormanagement (EEM) ist ein Motor-Getriebe-Management möglich; gleichzeitig verspricht es einen geringeren Kraftstoffverbrauch und saubere Abgase.
Sisu-Diesel mit 152 PS
Der Motor im 7480 hat eine Nennleistung nach ISO TR 14396 von 152 PS (112 kW) bei 2.200 U/min Nenndrehzahl. Die maximale Leistung von 167 PS (123 kW) erreicht der Sisu Diesel 66 CTA bei 2.000 U/min. Der Konstantleistungsbereich reicht von 2.200 bis 1.800 U/min. Bei der maximalen Leistung erreicht die Zapfwelle sinnvollerweise ihre Normdrehzahl. Der MF verfügt über drei Zapfwellendrehzahlen 540, 540 E und 1.000 U/min.
Stufenlos mit Dyna-VT
Stufenlos-Technologie bei Massey Ferguson bedeutet, dass die Getriebe nicht wie bei den Schaltgetrieben aus Frankreich von Gima kommen, sondern aus Marktoberdorf. Das leistungsverzweigte Getriebe besteht, einfach ausgedrückt, aus einer Hydraulikpumpe mit einem Schwenkwinkel bis 45 Grad, einem Hydraulikmotor mit gleichgroßem Schwenkbereich, aber fast doppeltem Schluckvolumen und einem Planetengetriebe. Beim Losfahren wird nahezu mit voller Hydrostatik gefahren, bei maximaler Geschwindigkeit fast vollständig mit dem mechanischen Anteil. Dies sorgt bei langen Übersetzungen für hohe Getriebewirkungsgrade. Aus diesem Grund hat das Getriebe auch zwei Fahrbereiche: 0 bis 32 km/h (Fahrbereich Schildkröte) und 0 bis 53 km/h (Hase). Die 32 km/h werden bei 2.200 U/min erreicht und die 53 km/h bei Diesel sparenden 1.700 U/min. Im Feld werden durch die mechanische Untersetzung höhere Getriebewirkungsgrade erreicht als bei gleicher Geschwindigkeit im schnellen Arbeitsbereich.
Fünf Betriebsarten
Es gibt fünf Bedienmöglichkeiten für das stufenlose Getriebe: Den klassischen Hebelmodus, über den die Übersetzung gewählt wird, das Gaspedal macht seinem Namen Ehre und steuert die Motordrehzahl. Allerdings arbeitet MF im Hebelmodus nicht mit vier Beschleunigungsstufen, sondern je weiter der Hebel ausgelenkt wird, desto schneller wird das Getriebe verstellt. Also beschleunigt der MF bei leicht nach vorn geneigtem Hebel langsam, ganz nach vorn geschobenem schnell.
Der Power-Control-Hebel links am Lenkrad wechselt nicht nur sehr sanft die Fahrrichtung, mit ihm kann der Fahrer auch die Getriebeübersetzung verändern. MF-Fahrer kennen das vom Bedienen der Lastschaltstufen an dem gleichen Hebel. Uns hat das gut gefallen. Allerdings kann mit dem Fahrhebel nicht reversiert werden. Zusätzlich gibt es eine Stoppfunktion: Wird der Hebel nach oben gezogen, bleibt der Traktor stehen und wird am Wegrollen gehindert. Ebenso ist hier eine Parkbremse integriert.
Mit dem Hebel-DTM-Modus übernimmt die Elektronik die Steuerung der Motordrehzahl und des Getriebes. DTM bedeutet Dynamic-Tractor-Management und wählt die Drehzahl und die Getriebeübersetzung so, dass der Schlepper verbrauchsoptimiert fährt. Die Motordrückung und die Tempomaten werden über Drehregler verstellt und die Tempomaten über zwei Taster in der Armlehne aktiviert. Das funktioniert gut. Im Pedalmodus wird das Gaspedal zum Fahrpedal; die Drehknöpfe für die Tempomaten regeln jetzt die Höchstgeschwindigkeit und die Höchstdrehzahl des Motors. Je weiter das Pedal durchgetreten wird, desto höher dreht der Motor und desto schneller fährt der Schlepper. Mit dem Pedal-DTM-Modus bestimmt der Fahrer über das Pedal die Fahrgeschwindigkeit. Die Motordrehzahl und das Übersetzungsverhältnis des ML 160 werden der Belastung des Schleppers angepasst und möglichst Diesel sparend gefahren. Wird eine feste Motordrehzahl über die Drehzahlspeicher vorgegeben, wird aus dem Pedalmodus der Selbstfahrermodus. Die Fahrgeschwindigkeit wird nun bei konstanter Motordrehzahl über Gaspedal oder Handgashebel bestimmt. Die Höchstgeschwindigkeit kann über den SV2-Knopf begrenzt werden. Das ist die passende Einstellung für den Betrieb von Presse oder Silierwagen.
Fazit
Mit dem Sisu-Motor macht der MF 7480 eine gute Figur. Er ist spritzig und sparsam. Mit dem stufenlosen Dyna-VT-Getriebe und der Datatronic lässt der Schlepper kaum Wünsche offen, was einem aber rund 136.000 Euro Wert sein muss. fe
Der vollständige Beitrag ist in dlz April 2011 erschienen.
Der neue MF im dlz-Video
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