Donnerstag, 17.05.2012
Wohlig warm zum halben Preis
Praktiker Theo Dodel-Hefele aus Kempten hat sein Haus energetisch auf Vordermann gebracht. Das hat ihn zwar etwas Geld gekostet aber viel gebracht. Jetzt benötigt er nur noch halb so viel Brennstoff und hat mehr Wohnkomfort. Den stetig steigenden Erdgasund Erdölpreisen blickt er gelassen entgegen.
So viel lässt sich an den einzelnen Teilen eines Gebäudes einsparen, das kosten die Investitionen und das bringt?s.
© Foto: Fotolia
Hohe Heizkosten gehören jetzt bei dem Allgäuer
Landwirt der Vergangenheit an. Als die Brennstoffpreise in den letzten Jahren stetig stiegen, hat er sich im Haus eben etwas wärmer angezogen und die Heizung runtergedreht. Das war zwar wenig komfortabel aber die Heizkosten blieben moderat. Doch statt immer sich selbst warm einzumummeln, packte er auf Rat eines Energieberaters vor einem Jahr lieber sein Haus warm ein. Seitdem ist sein Domizil energetisch auf dem neusten Stand. In der kalten Jahreszeit heizt Dodel-Hefele nun mit der halben Brennstoffmenge. Warme Wollpullover zieht er nur noch an, wenn er im Winter vor die Tür geht. Ob Austragshaus oder altes Bauernhofgemäuer, viele Immobilien haben veraltete Heizungen und lassen durch marode Fenster und Türen, ungedämmte Fassaden und Dächer sowie Keller- und Geschossdecken zu viel Wärme nach Draußen. Bei steigenden Brennstoffpreisen wird Heizen immer teurer.
Landwirt Dodel-Hefele wollten das auf Dauer nicht akzeptieren. Er beauftragte Energieberater Thomas Hartmann vom unabhängigen Verein Renergie Allgäu e.V., der ihm sagte, wie er sein Haus energetisch voran bringt und welche staatlichen Förderungen er dafür nutzen kann. Nach der energetischen Haussanierung, bei der Dodel-Hefele mit anpackte, freut sich det
Landwirt über halbierte Heizkosten und viel mehr Wohnkomfort in den eigenen vier Wänden. Für Dodel-Hefele hat sich die energetische Sanierung des Hauses in Höhe von 70.000 Euro gelohnt. "Das war es auf jeden Fall Wert. Die Wohnqualität ist viel besser, was meiner Meinung nach immer unterschätzt wird. Auch optisch sieht unser Haus besser aus." Statt den jährlich 10 Tonnen Holzpellets braucht der
Landwirt jetzt nur noch fünf Tonnen zum Heizen.
Energetisch Sanieren und Steuern
Über das Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden vom Bundesrat abgelehnt wurde noch nicht entschieden.
Begünstigte Handwerkerleistungen bezüglich energetischer Sanierung (beispielhafte Aufzählung):
- Arbeiten am Dach
- Arbeiten an der Fassade
- Arbeiten an Innen- und Außenwänden
- Aufstellen eines Baugerüstes
- Austausch oder Modernisierung von Fenstern und Türen
- Entsorgungsleistung
- Mauerwerksanierung
- Modernisierungsmaßnahmen
- Reparatur, Wartung, Pflege von Fenstern und Türen, Heizungsanlagen
- Wärmedämmmaßnahmen
Steuerermäßigung bei Aufwendungen für Handwerkerleistungen (§35a des Familienleistungsgesetzes): Bei Handwerkerleistungen vermindert sich die tarifliche Einkommenssteuer auf Antrag um 20 Prozent der Aufwendungen (höchstens 1200 Euro). Begünstigt sind nur die Arbeitskosten einschließlich der Umsatzsteuer (keine Materialkosten; gesondert auf Rechnung aufführen!!!) Dies gilt nicht für Maßnahmen, die im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW gefördert werden. Die Aufwendungen dürfen keine Betriebsausgaben darstellen. Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto der Erbringers der Leistung erfolgt ist (Überweisung, Einzugsermächtigung, Online-Banking; keine Barzahlung).
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Februar 2012 erschienen.
Links zum Thema
Informationen zur Förderung für Energieberatung und Sanierungsmaßnahmen der einzelnen Bundesländer:
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