Donnerstag, 17.05.2012
Emmi macht weniger Umsatz als erwartet
Emmi macht weniger Umsatz als erwartet
2011 war für Emmi ein gemischtes Jahr. Im Inland musste der Molkereiriese aus der Schweiz akquisitionsbereinigt gar Umsatzeinbußen hinnehmen. Konzernweit erwirtschaftete Emmi im Geschäftsjahr 2011 einen Nettoumsatz von rund 2.259 Mio. Euro (2.721,3 Millionen Schweizer Franken). Dies entspricht einem Zuwachs von 1,4 Prozent. Das positive Resultat gründet auf der erfreulichen Entwicklung der jüngsten Akquisitionen, dem deutlichen Wachstum im Ausland, der guten Entwicklung von Emmi Caffè Latte und den in der Schweiz neu eingeführten Produkten. Die Reingewinnmarge für 2011 wird bei zirka drei Prozent liegen. Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet Emmi einen Betriebserfolg vor Zinsen
und Steuern (EBIT) von rund 108 Millionen Euro.
Bereinigt um Akquisitions- und Fremdwährungseffekte, verringerte sich der Nettoumsatz auf Konzernstufe um -1,9 Prozent. Damit liegt er, bedingt durch das wirtschaftliche Umfeld, leicht unter unseren Erwartungen. Zur Stabilisierung der Erträge wurde jedoch bewusst auf Umsatzzuwächse verzichtet.
In der Schweiz reduzierte sich der Nettoumsatz um -2,1 Prozent auf rund 1.585 Mio. Euro (1.909,9 Millionen Franken). Der Rückgang ist primär auf Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts zurückzuführen, namentlich die Aufgabe nicht kostendeckender Logistikdienstleistungen für Dritte und geringere Volumen beim Handelsgeschäft. Sehr gut entwickelt haben sich Markenkonzepte wie Emmi Caffè Latte, Luzerner und Energy Milk. Günstig ausgewirkt haben sich auch Innovationen wie Milk Shake, Yogurt Milk und Mozzarella Mini Marinati sowie die Akquisitionen Fromalp (2010) und Rutz Käse (2011). Akquisitionsbereinigt resultierte ein Umsatzrückgang von -3,6 Prozent.
International gewachsen durch Zukäufe
Im internationalen Geschäft erzielte Emmi ein Umsatzplus von 10,9
Prozent auf 811,4 Millionen Franken. Der Zuwachs liegt damit am oberen
Ende der Erwartungen und ist zurückzuführen auf die ausgezeichnete
Entwicklung der jüngsten Akquisitionen wie Onken, Cypress Grove Chèvre,
A-27), den Zuwachs bei Emmi Roth USA und die Steigerung bei Emmi Caffè
Latte. Hemmend wirkten die Einbußen aufgrund des starken Schweizer
Frankens, vor allem beim Export von Käse aus der Schweiz. In
Lokalwährung und akquisitionsbereinigt belief sich der Zuwachs unterm
Strich auf 3,2 Prozent.
Emmi rechnet mit stabilen Milchpreisen
Im ersten Halbjahr 2012 dürften die Milchrohstoffpreise auf dem
aktuellen Niveau bleiben. Bei den übrigen Rohstoffen wieKaffee, Früchte,
Getreide sowie den Verpackungen geht Emmi ebenfalls von stabilen oder
allenfalls leicht steigenden Preisen aus. In der Schweiz wird der
Importdruck anhalten. Die Nachfrage auf Stufe Detailhandel dürfte
volatil werden. In den wichtigen Auslandmärkten USA und Deutschland
gehen wir von einer stabilen und in Italien von einer gedämpften
Konsumentenstimmung aus. Angesichts der wirtschaftlichen Situation und
des Schweizer Frankens in der Grössenordnung von 1.20 gegenüber dem Euro
werden starke Markenkonzepte und lokal im Ausland hergestellte Produkte
neben weiteren Kosteneinsparungen die wichtigsten Erfolgstreiber von
Emmi im Jahr 2012 sein.
dlz agrarmagazin, jo
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