Donnerstag, 17.05.2012
Genossenschaften ziehen positive Bilanz
Die Raiffeisen-Genossenschaften ziehen eine positive Bilanz des Jahres 2011. Wie der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) bekannt gab, steigerten die rund 2.500 Genossenschaften ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um fast 13 Prozent auf 48,2 Milliarden Euro. Das Plus wurde vor allem über höhere Preise und im Export erwirtschaftet.
Die Warengenossenschaften erzielten vor allem mit Getreide und Ölsaaten höhere Umsätze. Auch die großen Investitionen der Landwirte in erneuerbare Energie und Agrartechnik bescherten den Warengenossenschaften zusätzliches Geschäft. Insgesamt nahmen die Umsätze daher um 17 Prozent auf 23 Milliarden Euro zu.
Steigende Nachfrage nach Fleisch- und Milchprodukten
Die Molkereigenossenschaften erholten sich 2011 von den schwierigen Jahren 2007 bis 2009. Nach vorläufigen Schätzungen des DRV verbesserten sie ihren Umsatz um 13 Prozent auf gut 13 Milliarden Euro. Ebenso wie die Vieh- und Fleischgenossenschaften profitierten die Molkereien von einer steigenden Nachfrage auf den Weltmärkten. Dort wurde ein rentables Wachstum realisiert. Der durchschnittliche Milchauszahlungspreis lag von Januar bis September 2011 um 15,5 Prozent über dem Vorjahresniveau und dies trotz einer um 2,2 Prozent größeren Anlieferung im Kalenderjahr. Bei einer auch 2012 expansiven Produktion schließt der DRV einen Rückgang der Erzeugerpreise nicht aus. Ausschlaggebend wird ein stabiler Außenhandel sein.
Die Vieh- und Fleischgenossenschaften erzielten 2011 ein verhältnismäßig schwaches Umsatzplus von 2 Prozent auf 4,92 Milliarden Euro. Maßgeblich war die weitere Zunahme der Schweineschlachtungen, die 2011 ein neues Rekordniveau von mehr als 59 Millionen Stück erreicht haben dürfte.
Zunehmender Bedarf an Agrarrohstoffen, Nahrungsmitteln und Energie
Für die Gemüsebranche war 2011 ein katastrophales Jahr. Schuld daran war die EHEC-Krise. Die wirtschaftlichen Folgen waren ein erheblicher Preisverfall von existenzbedrohendem Ausmaß für Erzeuger und Vermarkter. Über das Jahr gesehen konnte der Umsatz der genossenschaftlichen Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft zwar um 10 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro erhöht werden. Speziell in der Gemüsevermarktung schlagen jedoch Millionenverluste zu Buche.
In das neue Jahr blicken die Genossenschaften im Raiffeisen-Verbund verhalten optimistisch. Der weltweit zunehmende Bedarf an Agrarrohstoffen, Nahrungsmitteln und Energie stützt die Primärwirtschaft. Die Branche erweist sich bislang als weitgehend immun gegen konjunkturelle Schwankungen. Dennoch sieht der DRV angesichts der großen wirtschafts- und finanzpolitischen Unsicherheiten ein Risiko für den weiteren Geschäftsverlauf.
dlz agrarmagazin, leh
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