Donnerstag, 17.05.2012
Nur ein Viertel Öko-Getreide und Öko-Milch importiert
Nur ein Viertel Öko-Getreide und Öko-Milch importiert
Deutschland importiert nur 15 Prozent Öko-Getreide aus dem Ausland, meldet die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI). Beim Weizen allerdings kamen 21 Prozent der Partien aus dem Ausland. Der Anteil variiert je nach Menge und Qualität der deutschen Ernte, jedoch besteht in Rumänien, Russland und der Slowakei noch deutliches Steigerungspotenzial. Unerwartet hoch fiel mit 24 Prozent der Importanteil von Leguminosen, vor allem Futtererbsen, aus. Die Importe werden eine noch größere Rolle spielen, wenn die hundertprozentige Bio-Fütterung bei Bio-Schweinen und Bio-Geflügel Gesetz sein wird. Hierbei spielen auch die Ölsaaten mit den Sojabohnen hinein, die mit durchschnittlich 76 Prozent den größten Importanteil aller untersuchten Produkte aufweisen. Der Anbau in Deutschland ist zwar machbar, aber nicht ganz einfach, so dass hier noch deutliches Ausbaupotenzial besteht.
16 Prozent Rohmilch importiert
Deutschland importiert 32 Prozent der Trinkmilch und 26 Prozent der
Butter vor allem aus Dänemark und Österreich. Käse dürfte einen ähnlich
hohen Importanteil haben. Andere Produkte wie Joghurt und Sahne dagegen
kommen nahezu 100 prozentig aus Deutschland. In Milchmengen umgerechnet
sind das, ohne die Käseimporte zu berücksichtigen, 16 Prozent der Milch.
Beim Gemüse sind Möhren das mit Abstand absatzstärkste Produkt; sie
werden auf 14 Prozent der deutschen Möhrenfläche angebaut. Da die
einzelnen Betriebe ihre Anbauflächen nicht mehr vergrößern können,
importiert Deutschland 48 Prozent der Möhren. Für eine höhere Produktion
in Deutschland müssten zusätzliche Betriebe Flächen hinzunehmen. Die
sehr hohen Importraten von Fruchtgemüsen wie Tomaten (80 Prozent) und
Paprika (90 Prozent) sind der ganzjährigen Nachfrage von Produkten, die
in Deutschland nicht immer wachsen, geschuldet.
Mehr regionales Unterglasgemüse ist möglich
Bei Unterglasgemüse ist jedoch die Nachfrage nach regionaler Ware
groß, so dass Anbauausweitungen möglich sind.
Bio-Äpfel und Bio-Bananen sind die absatzstärksten Produkte beim
Bio-Obst. Bio-Bananen weisen natürlicherweise eine Importrate von 100
Prozent auf, bei den Bio-Äpfeln sind es immerhin noch 50 Prozent im
Wirtschaftsjahr 2009/10. Da genau in diesem Zeitraum die Bio-Apfelfläche
ausgeweitet wurde und nun mit 3.000 Hektar etwas mehr als 9 Prozent der
gesamten Apfelfläche Deutschlands beträgt, ist bei entsprechenden
Witterungsbedingungen mit einer Zunahme der deutschen Produktion und
geringerem Importanteil zu rechnen.
Die Ergebnisse stammen aus der „Analyse der Entwicklung des ausländischen Angebots bei Bioprodukten
mit Relevanz für den deutschen Biomarkt“ – ein Projekt im
Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger
Landwirtschaft. Daran beteiligt waren die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI), das Forschungsinstitut für
biologischen Landbau (FiBL), AgroMilagro Research und fleXinfo.
dlz agrarmagazin, jo
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