Donnerstag, 17.05.2012
Clever angelegt
Geld In der Landwirtschaft müssen finanzielle Interessen des Betriebes und der Familie unter einen Hut gebracht werden. Wichtig ist es, dass Frauen ihre finanziellen Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen.
Finanzexpertin Christiane Göpf empfiehlt Frauen, sich um ihre Altersfinanzierung zu kümmern. Foto: Fotolia, Homann
Frauen und speziell Frauen in der Landwirtschaft müssen aber auch ein besonderes Interesse an der Altersabsicherung haben. Damit sie in dieser Interessensabwägung nicht zu kurz kommt, sollten Frauen eigene Rentenansprüche erwerben und eine zusätzliche private Altersabsicherung verfolgen. Der Aufbau der eigenen Absicherung hat nichts mit Misstrauen gegenüber dem Partner zu tun. Häufig stellen sie aber berechtigte und notwendige eigene Ansprüche hinter das Familien- und Betriebswohl zurück. Im Alter kann sich das sehr schnell rächen. Umgekehrt gilt, wer früher vorsorgt profitiert von Zinseszinsen, Steuervorteilen und staatlichen Zuschüssen. Ein geschicktes Finanzmanagement kann sich daher doppelt auszahlen: Lebensqualität in jungen und in alten Jahren!
Frauen wollen anders beraten werden
Sicher ist, dass Landfrauen unterschiedliche Ausgangspositionen haben. Aber in Geldfragen haben sie alle eigene Bedürfnisse und Wünsche. Daher wollen sie eine Finanzberatung, bei der sie sich ernst genommen "fühlen", ist die unabhängige Finanzfachfrau Christiane Göpf aus Hannover überzeugt. "80 Prozent der Frauen wollen in Geldfragen anders beraten werden als Männer", so ihre langjährige Erfahrung. Sicher ist auch, dass die gesetzlichen Renten von Frauen wegen kürzerer Lebensarbeitszeiten und Familienpausen deutlich niedriger ausfallen als bei Männern. Zudem leben sie statistisch gesehen länger und müssen also mehr zurücklegen. Bevor ein Altersvorsorgekonzept geplant wird, muss der Status Quo jeder Frau gesichert sein. Im nächsten Schritt empfiehlt Göpf, die Renteninformationen zu überprüfen. Dann gilt es, den Bedarf im Alter zu definieren. Wie viel Geld ein jeder im Alter braucht, hängt von den individuellen Ansprüchen ab. Es gibt eigentlich für den Familienbetrieb nur eine Faustformel. Von diesem Betrag werden die gesetzlichen Rentenleistungen abgezogen, um die "Versorgungslücke" zu ermitteln, die es zu schließen gilt. "Grundsätzlich gilt das Geld über verschiedene Anlagen breit zu streuen. Nur dadurch können Chancen erhöht und Risiken minimiert werden", rät Christiane Göpf. "Mischung oder Streuung bedeutet, verschiedene Geldanlagen zu kombinieren, die unterschiedliche Ziele verfolgen, deren Erträge sich möglichst unabhängig voneinander entwickeln. Entscheidend für die Mischung ist letztendlich das Verhalten der Frauen in Sachen Risikobereitschaft und Möglichkeit der Anlage", weiß die Finanzfachfrau aus Erfahrung. kh
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Januar 2012 erschienen.
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