Donnerstag, 17.05.2012
Geringere Spanne für Bullenmäster
Zwischen den intensiven Bullenmästern gibt es nach wie vor große Unterschiede in der Wirtschaftlichkeit. Das zeigen die aktuellen Betriebszweigauswertungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für das Wirtschaftsjahr 2009/10.
Das obere, erfolgreiche Viertel der Mäster mit Starterkälbern erzielten eine Direktkosten freie Leistung von 289 € je
Mastplatz. Das ist fast das Doppelte als das weniger erfolgreichen Viertel mit 146 € je Platz erreichen konnte.
Bei den Fressern erzielte
das erfolgreiche Viertel mit 286 € (+163 €) eine noch größere Differenz in der Direktkostenfreien
Leistung je Mastplatz. Anzumerken ist hier, dass in der unteren Gruppe ein höherer Anteil von
Betrieben zu finden ist, die unterschiedliche Rassen mästen. Unterstellt man 100 Mastplätze, ergebe sich ein Unterschiedsbetrag von 16.300 € pro Betrieb mit
Fressermast zwischen dem oberen und unteren Viertel, bemerkt Kammerexpertin Heidi Meine-Schwenker
Die erfolgreicheren Betriebe haben mit 1.202 g bei Starterkälbern und 1.247 g bei Fressern
erheblich höhere tägliche Zunahmen aufzuweisen als die weniger Erfolgreichen. Einzelbetrieblich
schwanken die Werte insgesamt zwischen 802 und 1431 g. Hohe tägliche Zunahmen sind nur
möglich mit Einsatz entsprechender Herkünfte bzw. Rassen, aber auch eines entsprechenden
Managements.
Die Besseren mästen schneller
Sortiert man die Ergebnisse nach der Leistung je Stallplatz sind die Betriebe mit der kürzeren Mastdauer favorisiert. Im
oberen Viertel der Starterkälber war die Mastdauer mit 514 Tagen um 48 Tage kürzer bei 9 kg
höherem Zuwachs, während bei den Fressern ein in etwa gleicher Zuwachs in einer um 28
Masttage kürzeren Zeit erreicht wurde.
Erfolgreichere Betriebe haben ein insgesamt besseres Management, bessere Tierbeobachtung und
vor allem geringere Totalverluste. Bedingt durch die Einstallung der jüngeren Tiere und die
insgesamt längere Mastdauer ergaben sich bei den Starterkälbern in der unteren Gruppe höhere
Verluste und Notschlachtungen von über elf Prozent.
Bruttospanne verringerte sich leicht
Insgesamt ist die Bruttospanne für die Fressermäster 2009/10 leicht
gefallen. Sie erreichten mit 1,69 Euro je Tag das Ergebnis des
Vorjahres nicht ganz. Dieses betrug immerhin 1,83 Euro je Tag. Dennoch
lag die Bruttospanne in den vergangenen zwei Jahren höher als 2007/08
mit 1,43 Euro je Tag.
Ein ähnlicher Trend gilt auch für die Mast mit Starterkälbern. Diese lag mit 1,76 Euro je Tag in 2009/10 zwar höher als bei den Fressern, ist aber gegenüber dem Vorjahr ebenfalls 5 Cent je Tag leicht gesunken.
dlz agrarmagazin, jo
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