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[ » LAND & Forst » Content » Forst » Brennholz ]
Donnerstag, 17.05.2012
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Forst | 27.10.2010

Brennholz: Mehr als ein Nischenprodukt

Waldbesitzer vermitteln nicht nur die Möglichkeit der Selbstwerbung von Brennholz auf ihren Flächen, sondern zusätzlich zum Nutzholz vermarkten sie auch zunehmend Brennholz an Endkunden oder Wiederverkäufer. Welche Anforderungen stellt dieser Erwerbszweig an den Waldbauern?

 

Von gesägtem, gespaltenem und aufgestapeltem Holz lässt sich ein eindeutiges Aufmaß nehmen, dass Brennholzkunden leicht nachvollziehen können. Foto: landpixel
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Von gesägtem, gespaltenem und aufgestapeltem Holz lässt sich ein eindeutiges Aufmaß nehmen, dass Brennholzkunden leicht nachvollziehen können. Foto: landpixel
Besonders in Zeiten schlechter Holzkonjunktur ist Brennholz als Koppelprodukt bei der Nutzholzaufarbeitung oder auch in reinen Brennholzhieben, z. B in jüngeren Durchforstungsbeständen, eine gute Einnahmequelle geworden. Denn selbst wenn die Vermarktung von Holzprodukten für die stoffliche Verwertung, sprich von Industrie- und Stammholz nicht läuft, bleibt die Nachfrage nach Brennholz ungebrochen hoch. So ging beispielsweise während der vergangenen Wirtschaftskrise der Nutzholzmarkt massiv in die Knie und der Waldbesitz musste erhebliche Preisabschläge bei Industrie- und Stammholzsortimenten in Kauf nehmen, während gleichzeitig die Nachfrage nach Brennholzsortimenten bei gleichbleibendem Preiseniveau stabil blieb.

Welche Holzarten sind geeignet?

Neben den normalen Brennholzkunden mit einen Jahresbedarf von drei bis zehn Schüttraummetern, haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr professionelle Weiterverarbeiter, wie Bioenergiehöfe oder Holzenergiezentren etabliert, die Rundholz in großen Mengen einkaufen, sägen, spalten und trocknen und für den Endverbraucher in hoher Qualität, ofengerecht zur Verfügung stellen. Aber auch forstliche Zusammenschlüsse haben, vor allem in Süddeutschland, die Vermarktung von Brennholzsortimenten als lohnend erkannt.

Soll sich dieser Betriebszweig lohnen, müssen auch im Hinblick auf geeignete Sortimente eine Reihe von grundlegenden Fragen geklärt werden:
  • Welche Brennholzsortimente haben für den Waldbesitzer Priorität? Bei der Selbstwerbung von Rundholz ist ein Nachweis über die entsprechenden Fertigkeiten der Brennholzkunden (Motorsägenführerschein) Voraussetzung. Daneben  können Waldbesitzer oder aber forstliche Zusammenschlüsse selbst produziertes rundes Brennholz, Scheit-oder Stückholz und Waldhackschnitzel vermarkten und gute Deckungsbeiträge erzielen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt dabei: die Abhängigkeiten von der stark schwankenden Holzkonjunktur kann so deutliche abgemildert werden.
  • Was ist als Brennholz geeignet? Als Brennholz sind alle naturbelassenen, unbehandelten Hölzer geeignet, im Handel werden sie als Rundholz (ungespalten, 1 m lang), Spaltholz (grob gespalten, 1 m lang), Scheitholz (gespalten, 2 x geschnitten) oder als ofenfertiges Stückholz (gespalten, geschnitten auf Längen von 50, 33 oder 25 cm) angeboten.
  • Hart- oder Weichholz? Während in der Botanik unterteilt wird in Laub- und Nadelhölzer, unterscheidet man im Holzhandel zwischen Hart- und Weichholz; beide Einteilungen sind aber nicht unbedingt gleichzusetzen. Hartholz ist definiert als Holz mit einer Trockenmasse von mehr als 550 kg/m³; so sind z.B. Tanne (410 kg), Pappel (410 kg), Kiefer (510 kg) und Lärche (550 kg) Weichhölzer, zum Hartholz zählen u.a. Schwarzkiefer (560 kg), Eiche (680 kg) und Hainbuche (750 kg).
  • Welche Holzart zum Heizen verwenden? Entscheidungskriterien für eine bestimmte Holzart sind - neben dem Preis natürlich - Verwendungszweck, Heizwert, Brenndauer und ästhetische Gründe wie Flammenbild oder Geruch. Nadelholz brennt schnell an und entwickelt aufgrund des höheren Harzgehaltes mehr Temperatur als Laubhartholz, deshalb wird es gerne für Küchenöfen verwendet; für Kaminöfen oder offene Kamine sind Harthölzer am besten geeignet, da sie langsam abbrennen und die Glut lange halten können, allerdings bilden sie auch etwas mehr Asche.
Für die Holzwerbung im Wald und die Bereitstellung als ofenfertiges Scheitholz sind eine Reihe von Arbeitsschritten erforderlich, die - zum Teil in geänderter Reihenfolge - wie folgt ablaufen können:
 
  • Fällen,
  • Rücken (Sammeln),
  • Zerkleinern (mit Sägen,
    Spalten),
  • Lagern und Trocknen,
  • Transport zum Kunden.

Nur Qualität führt zum Erfolg

Endkunden, die ihr Scheit-und Stückholz direkt vom Waldbauern beziehen, erwarten die gleichen Qualitäten, wie sie von professionellen Brennholzherstellern garantiert werden. Das wichtigste Qualitätskriterium für Brennholz ist der Wassergehalt bzw. die Holzfeuchte (Restfeuchte) und der daraus resultierende Heizwert.

Feuchtes Holz benötigt beim Verbrennen Energie zur Trocknung und vermindert dadurch die Heizleistung. Deshalb sollte nur qualitativ hochwertiges Brennholz aus eigenen Wäldern ausgeliefert werden, dass mindestens folgende Anforderungen erfüllt:
  • frisch oder trocken, (< 20 % Holzfeuchte) nicht angestockt oder pilzig;
  • aus unbehandelten Waldhölzern;
  • Brennholz sollte unmittelbar nach der Fällung gesägt und gespalten werden und mindestens 1 bis 2 Jahre an einem luftigen Ort - möglichst auf Unterlagen und abgedeckt - gelagert werden;
  • Kontrollen der Brennholzqualität und der Holzfeuchte (durch Kunden) müssen möglich sein;
  • korrektes  Aufmaß, ein Raummeter (gestapelt) oder ein Schüttraummeter (geschüttet); 1 Meter x 1 Meter, 4 bis 6 cm Übermaß
  • der Erzeuger muss in der Lage sein, dem Kunden die Qualität und die Menge der gelieferten Ware zu erklären. Dazu gehören auch die möglichen Umrechungsfaktoren Festmeter zu Raummeter zu Schüttraummeter;
  • die Holzscheite sollten in der angegeben Länge, mit geringen Toleranzen (2 bis 3 cm) maßhaltig sein. Die Querschnittskanten des Scheites sollten nicht mehr als 15 cm betragen.
Der Bundesverband Brennholzhandel und -produktion hat im Jahr 2007 Qualitätskriterien für Scheitholz herausgegeben, die als Richtschnur für alle Brennholzproduzenten gelten sollten und für Mitglieder des Verbandes bindend sind.

Die Hackschnitzel-Nachfrage wächst

Waldhackschnitzel bilden eine interessante Alternative zu Pellets und Scheitholz, besonders wenn große Leistungen erforderlich sind. Sie werden aus frischem oder getrocknetem Waldholz oder Holzresten der Holzverarbeitung hergestellt.

Hackschnitzelfeuerungen funktionieren vollautomatisch und sind bis zu 30 % der Nennleistung teillastfähig. Die Leistungsklasse reicht von 10 kW zur Beheizung von Ein- und Mehrfamilienhäusern bis in den zweistelligen MW-Bereich, wobei dann in der Regel Strom und Wärme erzeugt werden.

Mit der Produktion und Vermarktung von Waldhackschnitzeln bietet sich für den Waldbesitz die Chance, besonders minderwertiges Kronen- oder Astholz und Holz unterhalb der Derbholzgrenze (7 cm) zu vermarkten.

Höherer Ertrag bei Energieholzernte

In der Regel erfolgt die Werbung des Rohstoffes maschinell mit Harvestern und bietet eine gute Möglichkeit, den Ertrag an Derbholz von einer Hiebsfläche während einer Durchforstungsmaßnahme erheblich zu steigern. In Kiefernbeständen im Alter zwischen 40 und 80 Jahren wurden z.B. durch eine energieholzorientierte Aushaltung, mehr als 10 Fm pro Hektar zusätzlich aufgearbeitet.

Die Eigenschaften der Hackschnitzel wie zum Beispiel Heizwert, Brennstoffdichte und Aschegehalt hängen von Holzart und Herkunft der Hackschnitzel ab. So hat beispielsweise die Buche einen geringeren Heizwert als die Kiefer, aber eine wesentlich höhere Dichte, sodass man für Buchen-Hackschnitzel geringere Lagervolumina benötigt. Hohe Aschegehalte sind bei hohem Rindenanteil wie bei Hackschnitzeln aus Landschaftspflegeholz zu erwarten.

Eine Normung von Hackschnitzeln ist wichtig, damit sich der Anlagenbetreiber auf eine gleichbleibende Qualität verlassen kann.
 
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Keywords Brennholz | Nutzholz | Waldbesitzer
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