Donnerstag, 17.05.2012
Bodenständiges Leichtgewicht
Moderne Erscheinung mit hohem Fahrkomfort und Rundumsicht, so überrascht uns der Lindner Geotrac 124. Mit 5.520 kg und 134PS Maximalleistung holt der stärkste Traktor des österreichischen Herstellers viel Power aus wenig Gewicht. Seine Stärken zeigt er auf Grünland, ohne den Acker zu scheuen.
Bodenständiges Leichtgewicht
2007 lief der erste Geotrac 124 aus dem Werk in Kundl. 134 PS Maximalleistung soll genügend Zugkraft für Gemischtbetriebe mit
Ackerbau bereithalten. Mit dem großen Geotrac setzt Lindner seinen Fuß in den hart umkämpften Traktorenmarkt um 130
PS. Grund für uns, erstmals einen Traktor aus dem Haus Lindner im dlz-Dauertest einzusetzen. Robuster Vierzylinder
Der verbaute Vierzylinder von Perkins nutzt 4,4 l Hubraum und versorgt diese mit einer Common-rail-Einspritzung und Vierventiltechnik. Mit gekühlter Ladeluft und Turbolader sollen 126
PS Nennleistung (nach ISO) rauskommen. Bei eingeschalteter Zapfwelle und abgefragter Last liefert die elektronische Steuerung zusätzlich 8 PS und der Schlepper erreicht seine 134
PS Maximalleistung.
Schalten lassen mit APS und SP
Die zwei Funktionen APS und SP machen das Getriebe des Geotracs komfortabler. Mit der APS-Funktion wählt das Getriebe abhängig von Drehzahl und Belastung automatisch die Lastschaltstufe. Aktiviert und eingestellt wird sie durch einen Schalter und ein Einstellrad auf der rechten Konsole. So schaltet das Getriebe beispielsweise für schwere Zugarbeiten bei hohen Motor-enumdrehungen oder für Transportfahrten spät runter.
Das Herzstück: die Kabine
Auf die Kabine ist Lindner zu Recht stolz. Sie macht einen durchdachten Eindruck, ist komfortabel und gut aufgeräumt. Großen Wert legten die Ingenieure auf die Sicherheit der Kabine. Sie haben Sicherheitsmaßstäbe von Baumaschinen angesetzt, um den Fahrer gegen Überschläge und schwere herabfallende Teile zu schützen. Dabei hat der Komfort der Kabine nicht gelitten. Von Tür zu Tür misst sie 1,38
m. Zwischen Front- und Heckscheibe sind 1,57
m Platz. Die Sicht zu den Seiten ist sehr gut, vor allem durch die weit nach hinten verschobene B-Säule. Das bietet neben dem freien Blick zur Seite einen weiteren Vorteile: Der Einstieg ist dadurch sehr breit und man kommt ohne Hüftschwung durch die Tür, was nicht nur das Ein- und Aussteigen am Hang erleichtert.
Fazit
Der Lindner Geotrac 124 beherbergt einen robusten Vierzylinder mit gutem Drehmoment und angemessenem Verbrauch. Das 24/8-Getriebe hat seine Grenzen bei Arbeiten mit schnell wechselnden Belastungen. Die Lastschaltstufen arbeiten sauber, sind aber nur vorwärts verfügbar. Die automatische Schaltfunktion APS funktioniert gut, vorallem beim Transport. Die Hydraulikleistung ist durchschnittlich; die Bedienung über den Joystick komfortabel. Die Vorderachsfederung arbeitet sehr gut und sorgt für Komfort. Ihr Geld wert ist die Front-EHR (2.025
Euro). Der IBC-Terminal darf an Bedienerfreundlichkeit gewinnen, an Einstellmöglichkeiten mangelt es nicht. Details wie Verbrauchsanzeige, Frontscheibenheizung oder Freisprecheinrichtung überraschen und sind praktisch. Die Verarbeitungsqualität des Traktors ist sehr gut. Für einen Traktor mit Lastschaltgetriebe hält sich der Geotrac 124 im oberen Preissegment auf. tg
Der vollständige Beitrag ist in dlz Dezember 2010 erschienen.
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