Donnerstag, 17.05.2012
Boden und Wasser entscheiden
Halmverkürzer sollen das Bestocken anregen und Lager vermeiden. Standort, Wasser- und Nährstoffversorgung bestimmen die richtige Dosis. Wir zeigen Ihnen die besten Strategien, und wie neue Mittel abschneiden.
Die Intensität von Wachstumsreglern bei Roggen oder anderen Getreidearten hängt wesentlich von der Witterung ab.
© Foto: agrarpress
Ob und wann Wachstumsregler zum Einsatz kommen, entscheidet sich nach Sorteneigenschaft, Bestandedichte, Stickstoffdüngung, Stickstoffnachlieferung, Bodenart und vor allem Wasserversorgung. Bleibt durch eine Frühjahrstrockenheit die Nachlieferung von Bodenwasser aus, sollte man diesen Trockenstress nicht zusätzlich durch das Anwenden von Wachstumsreglern verstärken. Andernfalls sind Schäden am Getreide nicht auszuschließen. Wenn die nötigen Regenmengen fehlen, sollte der Einsatz sehr verhalten erfolgen; wenn überhaupt, dann nur mit verminderter Aufwandmenge und gesplittet.
Weiterhin ist zu beachten, Halmverkürzungen
möglichst bei wüchsigem
Wetter einzusetzen also bei frostfreien Nächten
und entsprechenden Tagestemperaturen (Medax Top, CCC >8 °C, Moddus
>12 °C, Camposan Extra >15 °C). Ist das nicht gegeben, empfiehlt
es sich, den Termin zu verschieben. Bei allen zugelassenen
Wachstumsreglern sind keine besonderen Abstandsauflagen zu Gewässern und
Saumbiotopen einzuhalten. Lediglich auf die länderspezifischen
Mindestabstände zu Gewässern ist zu achten. Bei Mitteln mit CCC und bei
Medax Top eignet sich das behandelte Stroh nicht für Kulturzwecke, etwa
für die Pilzzucht. Wachstumsregler sind nur für bestimmte
Anwendungszeiträume zugelassen. So ist die Anwendung von CCC-Mitteln im
Winterweizen nur bis zum 1-Knoten-Stadium (BBCH 31) zulässig. Der
Einsatz von Camposan Extra kann in Winterroggen und in Wintertriticale
erst ab dem Erscheinen des letzten Blatts (BBCH 37) erfolgen. Das
Spektrum an Wirkstoffen in Wachstumsreglern für Getreide bleibt trotz
des neuen Mittels Calma im Jahr 2012 unverändert. Damit kommt es auch zu
keiner grundsätzlichen Änderung der Anwendungsstrategien. Um
Pflanzenschäden zu vermeiden, empfiehlt es sich, Wachstumsregler
entsprechend den betrieblichen Erfahrungen einzusetzen und
Wetterprognosen mit einzubeziehen. In Gebieten mit ausgeprägter
Vorsommertrockenheit ist eine tendenziell frühzeitigere Anwendung
sinnvoll, um Trockenphasen besser umgehen zu können. Besondere Vorsicht
ist in Sommergetreide geboten: Hier können Wachstumsregler bei
Trockenstress deutliche Ertragsverluste verursachen. Tankmischungen mit
anderen Mitteln wie Herbiziden oder Fungiziden sind oft nur ein
Kompromiss, der die Wirksamkeit von Wachstumsreglern beeinträchtigen
kann.
ks
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Februar 2012 erschienen.
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.