Donnerstag, 17.05.2012
Bewährte Technik aufgepeppt
Der Markt für mechanische Sämaschinen hielt sich in den letzten Jahren erstaunlich stabil. Kein Wunder - haben doch mechanische Drillen technisch stark aufgeholt, wie die Kuhn Premia 300 in unserem Dauertest bewies.
Die Kuhn-Säkombination aus Premia und HRB 303 haben die dlz-Technikredakteure in der Herbstaussaat 2010 getestet.
Der französische Hersteller Kuhn ist vielen vor allem als Gründlandspezialist bekannt. Doch schon seit Langem bauen die Franzosen ihre Marktanteile auch bei Bodenbearbeitungsgeräten und Sämaschinen aus. Mechanische Drillen spielen dabei nach wie vor eine große Rolle, da diese in anderen Märkten wie beispielsweise Frankreich noch stärker nachgefragt werden als bei uns. Dabei ging der Trend jedoch zunehmend zu Aufbau-Säkombinationen, die auch mit leichteren Schleppern genutzt werden können.
Dennoch gibt es eine Nachfrage nach Anbaukombinationen, bei denen Kreiselegge und Sämaschine auch einzeln genutzt werden können. Grund genug, uns näher mit der Premia zu beschäftigen.
Mit HRB-Kreiselegge
Für unseren Dauertest zur Herbstaussaat 2010 hatten wir eine Premia 300 mit HRB-303-Kreiselegge zur Verfügung. Diese Kreiseleggenbaureihe ist bereits seit einigen Jahren auf dem Markt und gilt als robust und verschleißarm. Als maximale Schleppereingangsleistung gibt Kuhn 160 PS bei 1.000 U/min bzw. 100 PS bei 540 U/min an. Serienmäßig sind die 303er-Kreiseleggen ab der HRB 303 aufwärts mit einem Zinkenschnellwechselsystem ausgestattet, das Kuhn Fast-Fit nennt.
Drei Walzen zur Wahl
Drei Walzentypen (Stab- und Zahnpackerwalze sowie eine Keilringwalze) in fünf verschiedenen Durchmessern bietet Kuhn an - damit dürfte für jeden Standort etwas dabei sein. Unsere Testmaschine hatte die PK2-Zahnpackerwalze mit 515 mm Durchmesser verbaut. Ihr Vorteil: Vor allem bei nassen Aussaatbedingungen lässt sie einen lockeren Saathorizont mit Feinerde zurück. Die Schare haben dann keine Probleme, in den Boden einzudringen und das Saatgut zu bedecken. Die Verdichtung des Wurzelhorizonts ist trotzdem sehr gut.
Dosierung mit Fernverstellung
Kuhn setzte bei der Premia auf eine Zellenraddosierung in Verbindung mit einem stufenlosen Variator-Getriebe. Die Voreinstellung der Dosierwellendrehzahl erfolgt in Abhängigkeit von der Saatgutart. Rechts vor dem Variator sitzt dafür ein Stellhebel. Die Öffnungsweite der Bodenklappen an den Zellenrädern bleibt für Raps und Getreide gleich und muss laut Kuhn nur für großkörnige Sämereien wie Ackerbohnen geändert werden. Die zusätzlichen Stellschieber an jedem Dosierrad bieten eine weitere Regelungsmöglichkeit, können aber nach Aussagen aus der Praxis für nahezu alle Kulturen mit voller Öffnung gefahren werden.
Saatmengenfernverstellung
Als Besonderheit verbaut Kuhn für nur 478 Euro Aufpreis eine hydraulische Saatmengenfernverstellung. Mit dieser kann die Saatmenge während der Fahrt um 10 oder 20 Prozent verändert werden. Beim Abdrehen muss man Aufpassen, wie die Fernverstellung aktuell eingestellt ist sonst hauen die Werte nicht hin. Trotzdem eine gute Sache, wenn man auf Lehmkuppen etwas mehr Saatgut ausbringen möchte. Ein klarer Wettbewerbsvorteil. mu
Der vollständige Beitrag ist in dlz September 2011 erschienen.
Die Kuhn Premia 300 im dlz-Testvideo
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