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Donnerstag, 17.05.2012
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dlz-Aktuell | 03.01.2012 Redaktion DLZ

Getreidepreise: Südamerika gibt die Richtung vor

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Wieder einmal ist es das Wetter, das die Richtung an den Getreidemärkten vorgibt. In den letzten Wochen des alten Jahres haben die Berichte über die Trockenheit in Argentinien und im Süden Brasiliens zu einem kräftigen Anstieg der globalen Mais-, Soja- und auch Weizenpreise geführt. Immerhin entfallen auf die beiden südamerikanischen Länder knapp 30 % der internationalen Maisexporte und sogar 50 % der weltweiten Sojaausfuhren. Größere Ertrags- und Produktionseinbußen hätten also spürbare Auswirkungen auf die weltweite Versorgung mit Futtergetreide und Eiweißfutter. Diese Befürchtungen schlagen sich unmittelbar in der Preisentwicklung an den Getreide- und Ölsaatenmärkten nieder, auch wenn der Zeitpunkt für belastbare Prognosen noch sehr früh ist. In Argentinien erfolgt die Maisaussaat von November bis Dezember und die Ernte von April bis Mai. In Brasilien beginnt die Maisaussaat im Süden (Sommermais) des Landes im September und im Westen (Wintermais/Safrina) im Februar (nach Soja). Soja wird in Brasilien im Februar geerntet und in Argentinien im Mai.

La Nina kommt zurück

Immer mehr internationale Wetterdienste rechnen für Südamerika mit einem erneuten Auftreten des Wetterphänomens La Nina. Eine ähnliche Situation hat es zuletzt 2008/09 gegeben. Die Folgen sind für Weite Teile Argentiniens sowie für den Süden Brasilien und den Osten Paraguays Trockenheit bei teilweise sehr hohen Temperaturen. Gleichzeitig kann es im Hochland von Zentralbrasilien zu massiven Regenfällen kommen, wie dies im Dezember geschehen ist. Die Folge war zunehmender Krankheitsdruck (Rost) wegen der kaum und vor allem nicht fristgerecht möglichen Pflanzenschutzmaßnahmen. Im Jahr 2008/09 hatte es sowohl bei Mais als auch bei Soja für beiden Länder zusammen einen Produktionsrückgang von knapp einem Fünftel gegenüber dem Vorjahr gegeben. Bislang gehen die Einschätzungen über die Folgen der bisherigen Wetterextreme jedoch noch ziemlich auseinander. Die Auswirkungen auf die Erträge bei Mais und Soja werden jedoch mit einem andauern Trockenperiode immer größer und erhöhen die Folgen für die Märkte.

Ernteschätzungen nach unten

Die meisten privaten Analysten haben ihre Prognosen für die südamerikanischen Mais-und Sojaernte zuletzt nach unten und ihre Preisprognosen nach oben gesetzt. Die renommierten US-Analysten von Soybean & Corn Advisor reduzierten ihre Schätzung für die brasilianische Sojaernte Ende Dezember um rund 1 Mio. t auf 74 Mio. t und für Argentinien setzte man die Ernteschätzung um 0,5 Mio. t auf 53 Mio. t nach unten. Die aktualisierten Schätzungen für die Maisernte Brasiliens wurden sogar um 3 Mio. t auf 60 Mio. t nach unten korrigiert und für Argentinien rechnet man bei einer Ernte von 27 Mio. t mit einer Minderproduktion von 1 Mio. t. Andere Prognosen gehen von Mindererträgen für beide Länder von bis 7 Mio. t aus. Das US-Landwirtschaftsministerium hatte Anfang Dezember für Brasilen und Argentinien noch Rekordernten bei Mais von 61 Mio. t bzw. 29 Mio. t erwartet. Die Maisexporte Argentiniens hat das USDA auf 18,5 Mio. t und die Ausfuhren Brasiliens auf 8,5 Mio. t geschätzt. Bei Soja lagen die USDA-Exportprognosen für Brasilien mit 38,5 Mio. t sogar erstmals höher als für die USA (35,3 Mio. t) und auch für Argentinien schätzte das USDA eine Ausfuhrmenge von 10,8 Mio. t Soja und sogar 30 Mio. t Sojaschrot. Sowohl bei Mais als auch bei Soja sind bei der nächsten USDA-Prognose im Januar deshalb Korrekturen wahrscheinlich.
dlz agrarmagazin, oz
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