Donnerstag, 17.05.2012
Adé Lohndrescher
Mit seinem kleinen Mittelklassemodell 6040 nimmt Deutz-Fahr Maschinengemeinschaften und Landwirte ins Visier, die einen leistungsfähigen, aber einfach zu bedienenden Mähdrescher suchen. Wie sich der Neue in Gerste und Triticale schlug, lesen Sie in unserem Fahrbericht.
Mit dem Fünfschüttlermodell 6040 wendet sich Deutz-Fahr zielgerichtet an Landwirte und kleine Maschinengemeinschaften.Foto: Mumme
Die Druschkampagne 2010 hat viele Landwirte ohne eigenen Mähdrescher wieder an den Rand der Verzweiflung gebracht. Denn in den kurzen Erntefenstern zwischen den Regenfronten konnten die Lohnunternehmer bei weitem nicht die gesamte Nachfrage bedienen. Viele mussten bei rasant steigenden Getreidepreisen zusehen, wie die Qualitäten auf dem Halm von Tag zu Tag schlechter wurden hier kamen auch Erinnerungen an das Jahr 2006 auf. Da sich solche Witterungsextreme scheinbar tatsächlich häufen, rückt bei dem einen oder anderen
Landwirt doch wieder die Eigenmechanisierung im Mähdrusch in den Fokus. Für diese Klientel bietet Deutz-Fahr seit dem letzten Jahr den 6040 an. Das Modell ist mit Dreschwerk und Rahmen der 60er-Serie ausgestattet, besitzt allerdings eine kleinere Abscheide- und Reinigungsfläche. In puncto Bedienung blieben die Deutz-Fahr-Ingenieure ihrem Credo "So einfach wie möglich" treu. Die dlz-Technikredakteure hatten im Sommer 2010 exklusiv die Möglichkeit, den 6040 in einem Fahrbericht genauer unter die Lupe zu nehmen.
Dreschwerk und Reinigung
Technisch wurde viel von der größeren 60er-Baureihe übernommen. So findet sich im 6040 das bekannte Zweitrommeldreschwerk mit 1,27 m Breite. Die Restkornabscheidung erfolgt über fünf Schüttler mit insgesamt 5,28 m2 Schüttlerfläche. Bei der Reinigung ließen sich die Konstrukteure etwas besonderes einfallen: Ober- und Untersieb bewegen sich synchron in gleicher Richtung. Der gegeläufige Vorbereitungsboden soll den Massenausgleich bewirken. In dem moment wo sich Siebe und Vorbereitungsboden voneinander weg bewegen, kann die Reinigungsluft des Querstromgebläses durch diesen hindurch strömen und soll so einen verstärkten Reinigungseffekt bewirken. Höhere Siebverluste konnten wir dadurch nicht feststellen.
Moderne Schneidwerke, enge Kabine
Auf der technischen Seite bietet der 6040 weiterhin moderne Schneidwerke zwischen 4,20 und 5,60 m Breite. Die wechselseitig geschraubten Messer werden per Planetensatz angetrieben, was für einen ruhigen Lauf steht. Mit 163 kW (222 PS) ist der 6040 ausreichend motorisiert. Die Kabine ist klein und bietet leider keinen Beifahrersitz. Die Lautstärke geht in Ordnung, gegen Trommelgeräusche sollte der Kabinenboden allerdings noch besser isoliert werden.
Fazit
Zusammengefasst bietet Deutz-Fahr mit dem 6040 ein technisch, aber vor allem preislich interessantes Mittelklassemodell. In puncto Einstellungen und Bedienkomfort darf man nicht zu viel erwarten - hier muss noch oft Hand angelegt werden. Aber genau das wollten die Ingenieure offenbar auch: Einen einfach aufgebauten und einfach zu bedienenden Mähdrescher mit adäquaten Leistungswerten. mu
Der vollständige Beitrag ist in dlz März 2011 erschienen.
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