Donnerstag, 17.05.2012
400 PS geknackt
Auf der SIMA in Paris hat Claas die Großtraktorenserie Axion 900 bereits gezeigt. Seine Premiere für den deutschen Markt feiert der Schlepper aber erst auf der Agritechnica. Wir haben schon mit den neuen Modellen gearbeitet.
Rundherum gelungener Großtraktor mit moderner Ausstattung: Der neue Claas Axion 900.
Der Axion 900 schließt mit Motorleistungen von 300 bis 390 PS (ECE-R 24) bzw. 320 bis 410 PS (ECE-R120) die lange währende Lücke zwischen Axion 800 und Xerion. Damit hat
Claas ab sofort von etwa 200 bis über 500 PS ein komplettes Programm an stufenlosen Großtraktoren das bietet zumindest heute noch kein Wettbewerber. Die Herausforderung für die Entwickler bestand darin, einen Schlepper zu bauen, der sowohl für schwere Zug- und Zapfwellenarbeiten auf dem Acker als auch für Transportfahrten geeignet ist. Also ein Fahrzeug der oberen Leistungsklasse, welches sowohl für Großbetriebe als auch für Lohnunternehmen möglichst universell einsatzbar sein soll. Aus diesem Grund war auch klar, dass
Claas auf ein stufenloses Getriebe setzen wird. Dazu aber später mehr.
8,7-l-FPT-Motor
In den vier Modellen Axion 920 bis Axion 950 setzt
Claas bei seinen Großtraktoren erstmals auf FPT-Aggregate (Fiat Power Train). Die 8,7-Liter CommonRail-Motoren mit Turboaufladung (fixe Turbinengeometrie!) und Ladeluftkühlung verwenden zum Erfüllen der Tier-4-interim-Abgasnorm SCR-Technologie der neuesten Generation zum Reinigen der Abgase. Den AdBlue-Verbrauch beziffert
Claas mit drei bis sechs Prozent des Dieselverbrauchs. Die Ingenieure haben den 60-l-AdBlue-Tank in den 700 l großen Dieseltank integriert. Dadurch wird die Harnstofflösung im Betrieb durch den Diesel gekühlt. Der elektronisch gesteuerte Viskolüfter regelt seine Leistung bedarfsgerecht. Die Überleistung bei Motordrückung beträgt bei allen Modellen 20 PS. Boost bietet
Claas bei den neuen Großtraktoren nicht an. Vielmehr soll die volle Leistung bei allen Arbeiten und allen Fahrgeschwindigkeiten verfügbar sein. Seine maximale Motorleistung bringt der Motor übrigens schon bei 1.800 U/min, und das maximale Drehmoment von 1.300 (Axion 920) bis 1.600 Nm (Axion 950) bei Diesel sparenden 1.450 U/min.
Eccom-3.0-Getriebe
Für die Umwandlung der Motorkraft in Antriebskraft sorgt das Eccom-3.0-Getriebe von ZF. Dank integriertem Wendegetriebe ist der mechanische Anteil bei Vorwärts- wie Rückwärtsfahrt gleich. Wie gewohnt werden vier mechanische Fahrbereiche automatisch geschaltet. Fahrstrategien gibt es wie auch bei den anderen stufenlosen Claas-Schleppern drei: Automatik, PTO-Modus (Zapfwellenarbeiten) und manuell. Die Umschaltung erfolgt in der neu gestalteten Armlehne. Eine aktive Stillstandsregelung ist integriert. Und wie schön: Es gibt eine in die Wendeschaltung (links unter dem Lenkrad) integrierte Parkbremse. Wie beim Xerion kann die Wendeschaltung aber auch per Knopfdruck im neuen CMotion-Fahrhebel aktiviert werden. Dazu muss der Wendeschalthebel aus Sicherheitsgründen aber auf neutral stehen. Die Vorwahl der Fahrtrichtung aus dem Stillstand geht auch, indem man den Knopf gedrückt hält und den Fahrhebel in die gewünschte Fahrtrichtung tippt. Wie bei den anderen stufenlosen Claas-Traktoren sind sechs Tempomaten verfügbar - je einer in jedem der drei vorwählbaren Geschwindigkeitsbereiche vorwärts und rückwärts. Zwei Drehzahlspeicher runden die Ausstattung ab.
dlz-Gesamtbewertung
Mit dem Axion 900 ist es
Claas gelungen, einen Großtraktor zu entwickeln, der gut zu europäischen Verhältnissen passt, sich aber die Vorteile nordamerikanischer Konzepte zunutze macht. Das Design ist ansprechend, sodass man dem Schlepper seine Größe nicht sofort ansieht. Ausstattung und Bedienung sind absolut zeitgemäß, das Arbeiten mit dem CMotion-Multifunktionshebel macht richtig Spaß. Wermutstropfen ist das hohe Leergewicht von über 13 t. Trotzdem sind wir uns ziemlich sicher, dass
Claas in Zukunft ein gewichtigeres Wort im hart umkämpften Großtraktorenmarkt mitzureden hat sowohl bei Großbetrieben als auch bei Lohnunternehmen.
mu
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin November 2011 erschienen.
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